Zeitgeschichte - Alle Beiträge

Zeitgeschichte - Alle Beiträge

(L)OST IN TRANSFORMATION

Die Konferenz (L)OST IN TRANSFORMATION junger Wissenschaftler*innen aus Leipzig besprach Analysen über die Eigenarten Ostdeutschlands. Neben Fragen zum Wohnungsmarkt, zu politischer Ökonomie sowie Migrationserfahrungen der Vor- und Nachwendegeneration ging es auch um immer offener zu Tage tretenden Rechtsextremismus und Rassismus.

Erfahrungen von Obdachlosigkeit und Migration

Die Broschüre veröffentlicht Erfahrungen von Obdachlosigkeit und Migration. Vier obdachlose Menschen geben Einblicke in ihr Leben auf der Straße, sie sprechen über den Beruf ohne Anerkennung: das Schnorren und Betteln.

Was zu tun ist - Für eine neue Ostdeutschland-Erzählung - 11. Dezember 2019

Ostdeutschland ist in aller Munde und doch scheint kaum jemand recht zufrieden damit zu sein. Mit Patrice Poutros sprechen wir bei WAS ZU TUN IST am 11. Dezember 2019 über eine neue Ostdeutschland-Erzählung und warum sie so wichtig ist.

7. Mai 1989: Proteste gegen Wahlfälschung in der DDR

Hintergrund

7. Mai 1989: In Leipzig, Berlin und andernorts protestieren Bürger/innen der DDR gegen den Wahlbetrug bei den DDR-Kommunalwahlen. Die Aktionen waren ein Zündfunke für die friedliche Revolution im Herbst 1989.

Von Hans Michael Kloth

Das Green Campus Programm für das 2. Halbjahr ist da!

Die Weiterbildungsakademie der Heinrich-Böll-Stiftung und ihrer Landesstiftungen "GreenCampus" hat das neue Programm für das zweite Halbjahr 2018 herausgegeben. Dabei sind wieder viele spannende Weiterbildungen für alle politisch Interessierten.

Radio RomaRespekt #25 "Joscho Stephan, Jazzgitarrist und Djangologe"

Joscho Stephan zählt zu den herausragenden Gitarristen des Gypsy-Swing, der in der Tradition von Django Reinhard spielt. Im Interview spricht er darüber, was es heute bedeutet, diese Musik zu spielen, wie er mit ihr umgeht, und was sein persönlicher Hintergrund damit zu tun hat.

Von Antje Meichsner

Verdrängte Perspektiven - Ein Sinto auf Spurensuche: Podcast und Fanzine

Bis heute führen gesellschaftliche Ressentiments gegenüber Roma und Sinti zu Ausgrenzung und Diskriminierung. Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Antiromaismus und der Aufarbeitung des Völkermords an ihnen, ist bisher nicht erfolgt. Mit unterschiedlichen Perspektiven und Erzählsträngen involviert das Audiofeature, klärt auf und regt an neue Wege der Auseinandersetzung einzuschlagen.

Radio Romarespekt #24 "Uli Gladik und ihr Film 'Natscha'"

Ihr hört ein Interview mit Uli Gladik, Filmemacherin und Aktivistin aus Wien. Es geht um die Wiener Bettellobby und um die Entstehungsumstände des Films "Natascha".

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #23 "Was stört's euch, wenn Leute Betteln?"

In der Sendung sprechen zur Dresdner Bettellobby Gjulner Sejdi vom Leipziger Verein Romano Sumnal, Dieter Wolfer vom Treberhilfe Dresden e.V., der Politikwissenschaftler Markus End sowie Simonida Selimovic und Sandra Selimovic (Wiener Bettellobby).

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #22 Die Künstlerin Marika Schmiedt

Seit 1999 arbeitet Marika Schmiedt künstlerisch zu Romafeindlichkeit. Sie arbeitet konzeptuell mit Film, Plakaten, historischen Recherchen – auch im öffentlichen Raum.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #21 Romeo Franz und die Hildegard-Lagrenne-Stiftung

Ein Radio-Feature über das Theaterstück "Journey/Drom", das am 27. und 28.10.2016 in Berlin im Gorki-Theater lief.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #20 Bildung von Romakindern und Ausbildung von Lehrer_innen für Romanes

Hristo Kyuchukov ist Kosmopolit und kennt die Situation von Roma und Romakindern in ganz Europa – einmal, weil er sie beforscht hat, und außerdem, weil er selbst aus Bulgarien stammt und zur dortigen Minderheit der türkisch sprechenden Roma gehört.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #19 Nach Lety mit Romatrial

Ein Radio-Feature über das Theaterstück "Journey/Drom", das am 27. und 28.10.2016 in Berlin im Gorki-Theater lief.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #18 Eine Musiksendung

Einfach mal nur schöne Musik hören von Roma, Romnja, Sinti, Sintezze und Romanichals. Die musikalische Reise fängt in den 60er Jahren an und endet heute.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #17 Die Geschichte von Rukeli Trollmann und was danach geschah, Kontinuitäten

Der Boxer und Sinto Rukeli Trollmann boxt sich in den 20er Jahren nach oben. Die Nazis zerstören seine Karriere und ermorden ihn im KZ Neuengamme. Seine Nachfahren engagieren sich gegen Rassismus.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #16 – Das Wissen dekolonisieren – die Kuratorin Timea Junghaus

Tímea Junghaus gibt in dieser Ausgabe des Radio RomaRespekt Einblicke in ihre Arbeit als europäische Kuratorin in einem rassismuskritischen Kontext.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #15 – De La Negra – Romano Hip Hop aus Tschechien

De La Negra ist eine tschechische Romano Hip Hop Band. Die drei Bandmitglieder geben Auskunft zu ihrer Lebenssituation und zu ihrer Musik. Der Radiobeitrag mit Konzertausschnitten zum Nachhören.

 

 

Von Antje Meichsner

Versorgungszentrum - Der NSU in Chemnitz, eine Dokumentation

Der Akteur-Slot bot Raum, selbst an konkreten Formen der NSU-Aufarbeitung mit zu planen und zu wirken. Ein Input in Form einer Stadtführung erläuterte, was an diesem Ort konkret passiert war. Wer und was war Teil dieser Strukturen, was sind die Orte des Komplexes? Was bedeutet Erinnern? Und wie kann in Chemnitz die Auseinandersetzung mit den NSU-Verbrechen intensiviert und diskutiert werden? Mit welchem Format?

Aufbrüche der Zivilgesellschaft

Wege, Positionen und Wirkungen der DDR-Bürgerbewegungen 1987-2014.
Mit Beiträgen von Stephan Bickhardt, Hans-Jürgen Fischbeck, Peter Skyba, Sebastian Th. Richter, Daniela Dahn, Hansjürgen Garstka und Anke Domscheit-Berg.

(UN)SICHTBAR #5 Koloniale Spuren im Stadtbild

Zu Gast:
Joshua Kwesi Aikins, Politologe und Trainer im Bereich der politischen Bildung mit Fokus auf die De/Kolonialität des öffentlichen Raumes.
Marcus Stoever und Sophie Yume von der AG Postkolonial Leipzig.

Von Isabelle Reimann

(UN)SICHTBAR #4 Von der Kolonialausstellung zum Menschenzoo

Zu Gast:
Hilke Thode-Arora forscht und publiziert seit mehr als dreißig Jahren zur Geschichte der Völkerschauen. Sie ist Kuratorin für die Abteilung Ozeanien am Museum Fünf Kontinente in München.
Robin Leipold, Kustos am Karl-May-Museum Radebeul.

Von Isabelle Reimann

Ανοιχτοί λογαριασμοί / Unbeglichene Schuld(en) - das INTERVIEW

Wir möchten uns für das große Interesse am Dokumentarischen Theaterstück zu dem Massaker der (Waffen-)SS in Distomo und den noch ausstehenden Reparations- und Entschädigungs-zahlungen an Griechenland bedanken. Vielen Dank auch an die Künstler*innen, die aufgrund der großen Nachfrage das Stück zweimal nacheinander aufgeführt haben! Mit Sabine, Stella und Sebastian haben wir uns  über ihre Motive für die Entwicklung des Theaterstückes, die Recherchen, ihren Aufenthalt in Distomo, Argyris Sfountouris, den Stand der Verfahren zu Entschädigungszahlungen, das Davongekommensein der Täter, die Versuche der Deutschen Einfluss auf das Gedenken in Distomo zu nehmen, ausstehende Reparationsleistungen und die Syriza-Regierung gesprochen.

(UN)SICHTBAR?! - Koloniale Spuren in Museen und Gesellschaft. Dokumentation

Das koloniale Erbe zieht sich in Deutschland bis heute durch gesellschaftliche Strukturen und Institutionen und äußert sich in Vorstellungen und Umgangsweisen. Die Veranstaltungsreihe zwischen Januar und März 2017 konnte Zusammenhänge und Beziehungsmuster sichtbar, Perspektiven nachvollziehbar und Stimmen hörbar machen. Die Dokumentation umfasst zusammenfassende Texte, Audiomitschnitte und weiterführende Texte.

Radio Romarespekt #14 Journey/Drom – Das Theater ist der Raum, den man sich nimmt

Ein Radio-Feature über das Theaterstück "Journey/Drom", das am 27. und 28.10.2016 in Berlin im Gorki-Theater lief.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #12 - Giuvlipen – feministisches Romani Theater aus Bukarest

Die feministische Theatergruppe Giuvlipen aus Bukarest hinterfragt rassistische, antiromaistische Stereotype.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #13 - die Situation der Rom_nja in Tschechien

Eine Sendung über die Situation der Rom_nja in Tschechien innerhalb der letzten 15 Jahre.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #11 – Djelem, djelem - Rom_nja-Aktivismus in Jugoslawien

Wie war das in Jugoslawien – in einem Staat, der nicht mehr existiert, und von dem wesentliche Impulse für die internationale Bürgerrechtsbewegung der Rom_nja ausgingen? Und in welchem Verhältnis stehen die Felder "Musik", "Politik" und "Roma-Aktivismus" nach dem Zerbrechen Jugoslawiens?

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #10 – Rumänien – Musik und Widerständigkeit von Rom_nja und Sint_ezze

Antiromaismus ist in Rumänien wie auch anderen postsozialistischen Staaten des ehemaligen Ostblocks strukturell inhärent – auch im Bereich der Musik. International bekannte und geschätzte Roma-Bands sind in Rumänien teilweise kaum bekannt. Eine Einblick in die Musik, die rumänische Rom_nja machen

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Von Antje Meichsner

Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege

Der Sammelband "Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege" versammelt Aufsätze von Autor_innen aus Aktivismus und Selbstorganisierung, Wissen­schaftler_innen, politische Bildner_innen, Künstler_innen, Community-­Arbeiter_innen und politische Kämpfer_innen. Es ist ein Kompendium, das ausgehend vom so gut wie nicht beschriebenen weißen Papier der Geschichte der Rom_nja und deren Verfolgung in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien (in deutscher Sprache) einen Ausgangspunkt setzen möchte. Wir haben uns auf die Suche begeben und Autor_innen gewinnen können, die uns in ihre wissenschaftliche Arbeit, ihren Aktivismus oder ihre Lebensrealitäten Einblick geben. Die lokalen Beiträge haben wir mit Stimmen überregionaler Autor_innen erweitert, um ein breiteres Bild von Rom_nja-Aktivismus aufzuzeigen.

Radio RomaRespekt #9 – Swing, Jazz, Pop und Widerständigkeit von Rom_nja und Sint_ezze

Eine kleine Geschichte moderner Musik von Rom_nja, Sint_ezze, Manouches und Lovara seit den 1930er Jahren und wie sie verwoben ist mit Roma-Aktivismus.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #8 – Mindj Panther – feministischer Romani Hip-Hop

Mindj Panther ist feministischer Roma-Rap und Mindj Panther sind Sandra Selimovic und Simonida Selimovic.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #7 – Abschiebung

Die Sendung über eine Abschiebung von Menschen aus Riesa, danach gibt es ein Interview von Jugendlichen des sächsischen Rom_nja-Vereins ‚Romano Sumnal‘ mit dem Leipziger Verwaltungsbürgermeister Hörning.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #6 Gedenken in Lety u Pisku

Ein Radio-Feature über alternatives romaktivistisches Gedenken in Leyt u Pisku, dem Ort eines ehemaligen Konzentrationslagers, auf dem heute immer noch eine Schweinemastnalage steht.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt # 5 Medien - Die Mehrheitsgesellschaft muss vor sich selbst erschrecken

Wie werden Rom_nja und Sint_ezze in Medien dargestellt? Inwiefern haben Rom_nja und Sint_ezze Zugang zu Arbeit in Medien? Die Sendung thematisiert Rom_nja-Aktivismus,   Engagement und Analysen zu Antiromaismus in den Medien.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #4 - Literatur mit Haltung - "Meine 7000 Nachbarn"

Eva Ruth Wemme  dolmetscht und berät Migrant_innen aus Rumänien, die sehr oft Rom_nja sind. So ist sie sehr nah an ihren Sorgen und Nöten dran, bekommt die ganze Bandbreite ihrer Diskriminierung mit. Sie schrieb ihre Erlebnisse in kurzen Geschichten auf, die im Buch "Meine 7000 Nachbarn" zusammengestellt sind.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #3 – Kunst gegen negative Stereotype

Jahrhundertalte antiromaistische Stereotype erschweren es der europäischen Öffentlichkeit, Rom_nja als moderne Künstler_innen wahrzunehmen.Trotz der Stereotype gibt es eine kleine Szene moderner bildender Künstler_innen in Europa, die sich offen als Rom_nja bekennen. Ihre Kunst ist oft politisch. Mit Delaine Le Bas, André Jenö Raatzsch und Hamze Bytyçi.

Von Antje Meichsner

Radio RomaRespekt #2 - Wissenschaft gegen Antiromaismus

Die Wissenschaftler Hristo Kyuchukov (Psycholinguist, besonders für Romanes, Erziehungswissenschaftler) und Jan Selling (Historiker und Autor des Forschungsnetzwerks Antiziganism, Schweden)sprechen über Antiromaismus und Selberstermächtigung von Rom_nja in der Bildung.

Von Antje Meichsner

Radio Romarespekt #1 – Rap gegen Abschiebung – Kefaet, Selamet und Hikmet Prizreni

Kefaet, Selamet und Hikmet Prizreni sind Hip-Hop-Artists und rappen gegen Rassismus. Sie alle sind in Deutschland aufgewachsen und sind faktische Inländer. Zwei von ihnen sind in den Kosovo abgeschoben worden und nach vier Jahren zurück nach Deutschland geflüchtet. Der dritte, Hikmet, ist in Gefahr abgeschoben zu werden. Die Musik der drei Brüder steht in engem Zusammenhang zu Kämpfen von Rom_nja für Bleiberecht und gegen Abschiebungen.

Von Antje Meichsner

Film "über wiesen"

über wiesen
ein Film der AG Geschichte & Freund_innen

"über wiesen" beschäftigt sich mit der Bedeutung
nationalsozioalistischer TäterInnenschaft in der Gegenwart. Was fand
damals in der Kleinsatdt Döbeln statt? Was zeugt heute von der Tat? Was
ist Schuld und Entschuldung? Szenisches Spiel analysiert die Strukturen
der Shoah und diskutiert Überlegungen der Philosophin Hannah Arendt.

Dr. Wolfgang Ullmann zum 10. Todestag

Dem SED-Regime galt der Theologe und Kirchenhistoriker Wolfgang Ullmann als gefährlicher Gegner, lange bevor er als Bürgerrechtler in der DDR, als herausragender Akteur in der Friedlichen Revolution und als moralische Autorität im deutsch-deutschen Einigungsprozess in einer größeren Öffentlichkeit in Ost und West bekannt und geschätzt wurde. Wir erinnern an ihn anlässlich seines 10. Todestages.

Von Dr. Peter Skyba

Revolutionäre Zeiten - Von der „Friedlichen Revolution“ zu den Protesten in der arabischen Welt

Mit den Revolutionen 1989 läuteten verschiedene Autor_innen das Ende des Zeitalters der Revolutionen ein. Allein die Ereignisse in der arabischen Welt zeigen, dass es weder an Gründen für Revolutionen mangelt, noch dass in den Gesellschaften Empörung und Protestbereitschaft verschwunden sind. Studierende der TU Dresden und der Uni Leipzig diskutierten dieses Spannungsfeld in einem öffentlichen Kolloquium.

Parallel Lives Festival - Katalog

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„Parallel Lives – das 20. Jahrhundert durch die Augen der Geheimdienste gesehen“ ist ein groß angelegtes Projekt des Internationalen Theater­festivals Divadelná Nitra in der Slowakei. Sechs Künstlerteams aus Tschechien, Slowakei, Ungarn, Polen, Rumänien und Deutschland haben Theaterstücke, Performances und eine Oper auf der Grundlage von Akten und Dokumenten entwickelt, die sie in den Archiven der ehemaligen kommunistischen Geheimdienste ihrer jeweiligen Länder recherchiert haben. Mit unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen bringen sie Lebensgeschichten von Menschen auf die Bühne, die in der Rolle des Opfers oder des Täters mit den Aktivitäten des Geheimdienstes verbunden waren.

Angststaub

Ein Beitrag des Fotokünstlers Jens Klein zum Festival Parallel Lives und zur Spurensuche in Stasi-Archiven.

ORTSBEGEHUNG – Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft

Das Projekt "ORTSBEGEHUNG - Stadtrecherchen zu Shoah und Täterschaft" will mit Jugendlichen historisches Wissen erarbeiten, das kleine Handwerk des Stadthistorikers erlernen und darüber hinaus soll eine abschließende Ausstellung der Recherchen zum künstlerischen Gestalten anleiten und ästhetische Erkenntnisse erleb- und sichtbar machen.

Ortsbegehung Döbeln Workshops

Dokumentation der Workshops zu Antisemitismus, den Waldheimer Prozessen in der DDR und dem Workshop ver_Urteilen: NS-Täter_innen auf der Spur.

Zeitzeug_innengespräche zu 1989

20 Jahre 1989 bedeutet für den Stiftungsverbund, die Akteure der Zeit zu Wort kommen zu lassen und zu befragen, um ein differenziertes Bild der vielen Motive Bewegungen, Hoffnungen und Formen zu zeichnen und widerspiegeln zu können. 1989 ist dabei für uns ein Scharnier für eine längere Phase von Dissidenz, politischem Engagement und gesellschaftlicher Transformation.

Ausländische »Vertragsarbeitskräfte« in Ostdeutschland vor und nach 1989/90 – politische Rahmenbedingungen und biografische Erfahrungen

Anlässlich des 20. Jubiläums der Friedlichen Revolution in der DDR wurde bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen, in den Medien und in der Wissenschaft der Ereignisse sowie der Folgen des Jahres 1989/90 in Deutschland gedacht. Die Tatsache jedoch, dass 1989 etwa 191.000 Ausländer in der DDR lebten und ebenso mit den revolutionären Veränderungen wie auch deren langfristigen Folgen konfrontiert gewesen sind, hat im Erinnerungsjahr 2009 kaum Aufmerksamkeit erregt. Ca. 90.000 der in der DDR lebenden ausländischen Bürger waren in den Jahren zuvor als so genannte »Vertragsarbeitskräfte« in die DDR gekommen. Das Jahr 1989 hat das Leben auch dieser Menschen dramatisch verändert.

MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN in Görlitz-Zgorzelec

Zentral auf der VIA REGIA, einer geistigen Schlagader Europas, liegt der polnischdeutsche Städtezwilling Zgorzelec-Görlitz, eingebettet in die Herzregion des Kontinents, in der drei Länder lernen, konzertiert zusammenzuleben: Polen-Tschechien-Deutschland. Einer der Kristallisationskeime für diese kulturelle Ko-Evolution wurde von einem Franzosen geschaffen, dem Komponisten Olivier Messiaen.

Hermann Voss - Ein Kunsthistoriker und Museumsmann im Kontext des nationalsozialistischen Kunstraubs

Hermann Voss (1884–1969) gehört zu den profiliertesten deutschen Kunsthistorikern des 20. Jahrhunderts. Leipzig, Berlin, Wiesbaden und Dresden waren Stationen seiner Museumskarriere. Verbunden bleibt sein Name jedoch mit der Tätigkeit als Sonderbeauftragter Hitlers für das "Führermuseum" in Linz. Das Buch der ehemaligen Promotionsstipenditin der Heinrich-Böll-Stiftung Dr. Kathrin Iselt untersucht erstmals detailliert das Leben und Wirken des Kunsthistorikers und seine Verstrickung in den nationalsozialistischen Kunstraub, die schon lange vor seiner Ernennung zum "Sonderbeauftragten für Linz" begann.

Come Together. Dresden und der 13. Februar

Come Together. Dresden und der 13. Februar Dokumentarfilm - Bundesweite Filmpremiere am 27.11 in Dresden COME TOGETHER dokumentiert die Auseinandersetzungen um das Erinnern an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. Der Film setzt sich mit der historischen Erinnerungskultur, den ideologische Projektionen in Vergangenheit und Gegenwart und mit der aktuellen bürgerschaftlichen Diskussion um ein angemessenes Gedenken auseinander.

MigrantInnen in Dresden und ihr 1989

Wenn die Geschichte der Friedlichen Revolution 1989 diskutiert, erforscht und gelehrt wird, können wir inzwischen auf zahlreiche Sammlungen biographischer Erzählungen zurückgreifen und uns informieren, wer diese Zeit wie und wo erlebte. Bisher stehen dafür aber fast ausschließlich deutsch-deutsche Geschichten zu Verfügung. Die Tatsache, dass 1989 etwa 190.000 MigrantInnen in der DDR wohnten, dort ebenso die Umbrüche erlebten und zum Teil auch mitgestalteten, bleibt ein blinder Fleck in der aktuellen Geschichtsschreibung. Von ihren Wegen durch die Wendejahre in das vereinte Deutschland, von ihren Entscheidungen und heutigen Perspektiven erzählen die hier zu lesenden Interviews.

Pani Wasielina in der Huzulei

Gabriela und Uwe von Seltmann (Krakau) recherchieren in ihrem Projekt „Zwei Familien, zwei Vergangenheiten – eine Zukunft" dem Leben und Sterben von Gabrielas Großvater Michal Pazdanowski. Nachdem Uwe von Seltmann im Buch „Schweigen die Täter, reden die Enkel" das Leben seines Großvaters - deutscher SS-Mann in Polen - nachgezeichnet und öffentlich gemacht hat, erschließt sich nun eine dramatische polnische Geschichte und deren Verdrängung. Von ihrer Reise in die Huzulei zurückgekehrt, beschreibt Uwe von Seltmann seine ersten Eindrücke.

Deswegen ist für mich eine Gesellschaft erstrebenswert, in der wirklich alle Kinder die Chance haben, ihre Ressourcen zu entwickeln.

Dr. Anne-Kathrin Olbrich, (Jahrgang 1959), hat Kulturwissenschaften in Leipzig studiert und an der TU Dresden promoviert. Sie hat 2 Kinder, ist verheiratet und arbeitet als Ehe-, Familien und Lebensberaterin und Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberaterin.

 

Siehst du dich politisch als links?
Natürlich.

Warum?
Für mich verbindet sich Linkssein immer noch mit dem schönen Satz: Ich möchte eine Gesellschaft in der die Entwicklung eines Jeden die Bedingung für die Entwicklung aller ist. – Das ist aus dem Kommunistischen Manifest von Karl Marx.
Stephan Hermlin hat mal ein Buch darüber geschrieben, das  „Abendlicht“, in dem er sehr schön beschreibt, dass er es früher immer anders herum gelesen hätte. Er meinte gelesen zu haben, die Entwicklung aller sei die Bedingung für die Entwicklung jedes einzelnen. Und so war ja auch der reale Sozialismus angelegt, so nach dem Motto: erstmal müssen alle anderen, ehe du dich selbst entwickeln darfst. Was für eine Überraschung, auf einmal zu merken, dass man einen solchen Gedanken völlig falsch gelesen und interpretiert hat – und auf einmal eine richtige Entdeckung macht.
Deswegen ist für mich eine Gesellschaft erstrebenswert, in der wirklich alle Kinder die Chance haben, ihre Ressourcen zu entwickeln.

Porträt - Etelka Laňková

Etelka Laňková, ursprünglich Lehrerin im Kindergarten, später bildende Künstlerin, war eine wichtige exekutive Mitarbeiterin des Bürgerforums. Nach Cheb kam sie im Jahre 1980 und lebt hier bis heute. In den 90er Jahren arbeitete sie in der Kulturabteilung des Bezirksnationalausschusses. Heute ist sie im Ruhestand.

 

Das Forum bereitete den Boden für die weitere Entwicklung gut vor. Es führte Menschen zusammen, die vernünftig, klug und gebildet waren und sich politisch engagieren wollten. Auch wenn die meisten mit der Zeit in den Hintergrund traten, haben sie doch den Jüngeren die Tür in die Zukunft aufgestoßen. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Vorher hatten die Leute keine Lust, sich irgendwo einzubringen. Aber als man damit begann, über öffentliche Angelegenheiten offen zu diskutieren, bekamen die Leute auf einmal Lust, sich zum Beispiel als Kandidat für die Kommunalwahlen aufstellen oder für eine Arbeit anwerben zu lassen, die sie wahrscheinlich vorher in ihrem Leben nie gemacht hätten. Die Leute fanden plötzlich den Mut, Funktionen zu übernehmen, in der Stadtverwaltung mitzumachen. Das Bürgerforum in Cheb hatte auf jeden Fall seinen Sinn.

Jaromír Boháč

Jaromír Boháč absolvierte ein Studium für Ökonomie, bevor er 1968 endlich  Fächer seiner Wahl studieren konnte: Bohemistik und Germanistik. Im Mittelpunkt seiner Arbeit im Museum und im Kreisarchiv in Cheb (Eger) stand die Geschichte und Landeskunde des Egerlands. Nach 1989 gehörte er zu den Förderern der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit. 

 

Die Tschechoslowakische Staatsbürgerschaft besaßen nur meine Mutter, wegen Vater, und mein Groβvater, weil er Sozialdemokrat war. Alle anderen galten als Staatenlose. 1951 wurden plötzlich alle Deutschen eingebürgert. Ab 1962 konnte man, glaube ich, auch wieder in das nicht-sozialistische Ausland reisen. Sofort entstand eine große  Auswanderungswelle. Langsam verschwand die deutsche Welt aus der Tschechoslowakei.
Ein anderer Grund war, dass die Leute alt geworden waren. Mein Großvater war damals auch schon sechzig. Sie trafen sich jeden Sonntag in der Kneipe „U Polze Pepiho“ zum Frühschoppen. Es ging dort immer ganz lustig zu. Die deutsche Welt zeichnete diese besondere Geselligkeit aus. Mit der ersten Auswanderungswelle Anfang der sechziger Jahre fing sie an zu verblassen. Nach der letzten Welle 1969 war diese Welt verschwunden. Ich weiß es: 1975 saßen drei verlassene, alte Männer traurig am Tisch beieinander. Sie waren die letzten. Sie murmelten nur noch halbe Sätze. Der Lebensspaß, der sozial-sprachliche Kontext, war inzwischen völlig verloren gegangen. Die Welt war auf diese drei kleinen Figuren zusammengeschrumpft, die auf den Tod warteten und sich den Untergang ihrer Welt gegenseitig bestätigten.

Die Idealisten machen die Revolution, dann kommen die Materialisten...

Frank Grünert, geboren 1939 in Zwickau, verheiratet, Kinder, Arzt. 1989 schloss er sich dem NEUEN FORUM an, war einer der beiden politischen Sprecher, wurde als Stadtrat gewählt und machte sich schließlich als Orthopäde selbstständig.

 

Genau am 7. Oktober kamen wir an die Grenzstation. Die Grenzer in Schönberg guckten ganz entgeistert: „Da kommt einer aus der Tschechoslowakei zurück!“ Sie begrüßten uns regelrecht mit Handschlag. In Plauen kamen wir später am „Tunnel“ in der Stadtmitte vorbei und sahen plötzlich diese Menschenmasse. Ich dachte: „Um Gottes Willen. Diese Plauener! Jetzt haben sie eine Meise. Jetzt feiern sie den 40. Jahrestag der DDR.“ Abends erfuhren wir bei Bekannten, dass es eine Demonstration war. Tags darauf kam ein junger Mann in meine Sprechstunde im Kabelwerk, der über Kopfschmerzen klagte, seit er Schläge bekommen hatte. Er erzählte, dass Einsatzkräfte aus Plauen abends auf dem Postplatz willkürlich junge Leute verhaftet hätten. Die Einsatzzentrale in Karl-Marx-Stadt hatte die Plauener gerügt, dass keine Rädelsführer aus der Demonstration am Nachmittag „zugeführt“ worden seien.

Immer das Quäntchen Angst

Steffen Kollwitz, geboren 1964 in Plauen, verheiratet, zwei Kinder, Goldschmied. 1989 zählte er zu den Beobachtern der Kommunalwahl in Plauen, gründete den Arbeitskreis „Umdenken durch Nachdenken“ und das Neue Forum Plauen mit und ist heute aktives Mitglied der Partei „Bündnis 90 / Die Grünen“.

 

Bei der Demonstration am 7. Oktober mussten wir ein bisschen vorsichtig sein. Wir standen als Gruppe unter Verdacht, den Aufruf dazu verfasst zu haben. … Gegen 15 Uhr ging ich zusammen mit meiner Frau und einigen Freunden trotzdem ins Stadtzentrum. Im Bereich des Tunnels hatten sich viele Leute versammelt, die nicht das offizielle Volksfest zum Tag der Republik feiern wollten. Meine Frau bat mich, nicht mitten ins Geschehen hineinzustürmen. Unser Sohn war bei den Eltern zu Hause, die Riesenangst davor hatten, dass ich verhaftet werden könnte. Ich habe auch den Einsatz eines Hubschraubers und der Feuerlöschzüge gesehen. Vom Gefängnis her kamen Autos mit Hunden angefahren. Ringsherum standen Leute, die mehr oder weniger beteiligt waren. Sie waren völlig entsetzt über das, was passierte. WeitereLeute kamen dazu. Eine Freundin undihr Mann stürzten sich kurzzeitig sogar mit Kinderwagen ins Getümmel. Es war erschreckend zu sehen, dass die Polizei teilweise mit Gummiknüppeln gegen die Demonstranten vorging.

Die Arbeit war für uns die zweite Familie...

Steffen Kretzschmar, geboren 1962 in Zwickau, gelernter Werkzeugmacher, beteiligte sich an der  „Initiative zur demokratischen Umgestaltung“ in Plauen, schloss sich dem Neuen Forum an, wurde als Stadtrat gewählt und arbeitet heute bei der Stadt Plauen.

Der Erfolg machte uns Mut, unter dem Namen des Aufrufs „Initiative zur demokratischen Umgestaltung“ aktiv zu bleiben. Als Gysi Plauen besuchte, klebten wir in der Nacht vorher Plakate gegen die SED-PDS. Das „Neue Deutschland“ stellte dazu fest, dass in Plauen sehr extremistische Oppositionsgruppen unterwegs seien. Das war nicht einmal ganz verkehrt. Denn wir versuchten immer, die Extreme darzustellen. Als Stefan Heym und Christa Wolf den Aufruf „Für unser Land“ publizierten und ihn die SED sofort mit einer Medienkampagne für sich vereinnahmte, sammelten wir in Plauen mehr als 13.000 Unterschriften für einen richtungweisenden Gegenentwurf, der erstmals das allmähliche Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten thematisierte.

Bleibe im Lande und wehre dich täglich

Knut Plank, geboren 1964, aufgewachen in Jößnitz bei Plauen, verheiratet, zwei Kinder, Orchesterwatrt am Theater. In den 1980er organisierte er den Kreis Afrika, gehörte zur Wahlbeobachtungsgruppe in Plauen und arbeitete im NEUEN FORUM mit. Nach der Revolution gründete er den Vogtländischen Mieterverein und wurde Rechtsanwalt.

Ich wollte deshalb - mit einer Auffassung, die nicht mehr unbedingt staatskonform war – Mitglied der SED werden. Ich ging noch als Schüler ehrlichen Herzens zum Parteisekretär, der gleichzeitig mein Chemielehrer war, und sagte: „Herr Schmidt, ich hätte gern einen Aufnahmeantrag für die SED.“ Er guckte mich mit großen Augen an und sagte: „Also Knut, solche Leute wie Dich wollen wir in unserer Partei eigentlich nicht haben.“ Seit dieser Antwort machte ich aus meiner abweichenden Meinung keinen Hehl mehr. Ergebnis: In der Beurteilung auf meinem Zeugnis stand, dass ich politisch keinen festen Klassenstandpunkt einnehmen würde. Mit dieser Brandmarkung hatte man kaum eine Chance, irgendwo zu studieren.

Mir liegt die Bürgerbewegung am Herzen ...

.Jürgen Winkler, geboren 1944 in Plauen, verheiratet, Kinder, Veredelungs-Textilingenieur und VEB-Direktor, schließlich Geschäftsführer. 1989 stieß er zum NEUEN FORUM.

 

Zum NEUEN FORUM kam ich kurz nach der ersten Demonstration am 7. Oktober. Über die Mund-zu-Mund-Propaganda erfuhr ich, dass ein NEUES FORUM gegründet werden sollte. Ich besuchte Steffen Kollwitz zu Hause und sagte einfach so: „Ich will mitmachen.“ Und das ging eben auch. Niemand fragte: „Wo kommt der Mann her? Ist der Mann von der Staatssicherheit?“ Das war überhaupt kein Thema. In den ersten Tagen gingen viele Leute zu Privatwohnungen, die nur vom Hörensagen bekannt waren. Wildfremde Leute klingelten an meiner Wohnungstür und fragten: „Wie ist es? Was macht ihr?“

Angela Hampel

geb. 1956 – nach Ausbildung zur Forstfacharbeiterin und Abendstudium Studium an der Kunsthochschule Dresden – Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen – Engagement für „Kirche von Unten“, Umweltaktionen, Gründung des Dresdner „Frauen-Cafés“ in der DDR – Gründung Frauenkünstlerinnenverein Dresdner Sezession 89 in „Wende“

Steffen Giersch

geb. 1953 – nach Eisenbahnerlehre Tätigkeit für Kirche und als Amateurfotograf – Anf. 80er Jahre Mail-Art-Aktionen und Verfolgung durch Staatssicherheit – Teilnahme an Friedensseminaren und Kontakte zu Pfarrern Rudolf Albrecht/Meißen und Christoph Wonneberger/Dresden – „Todesangst“ und „Bürgerkrieg“ am 3./4.10. 1989 auf Dresdner Hauptbahnhof – Teilnahme an Demonstrationen, auch am 8.10. mit Gründung „Gruppe der 20“ – Verhinderung Bau Reinstsiliziumwerk Dresden-Gittersee

Dr. Andreas Steinbach

geb. 1958 – promovierter Physiker an der TU Dresden – seit 25 Jahren in Mikroelektronik-Industrie tätig – Bericht über Mangelwirtschaft, schmerzlich empfundene Reisebeschränkungen, Wahlbetrug und Gegen-Aktionen – seit Nov. 1990 Freistellung und zeitweise Arbeitslosigkeit – „Wahlkampf“ mit selbstgeklebten SPD-Plakaten

Beate Mihaly

geb. 1944 – Privatisierung und Enteignung des elterlichen Betriebs – Pädagogisches Studium und Arbeit als Erzieherin – Wiederstand gegen politische Erziehung der Töchter und zunehmende Opposition – Mitarbeit Untergrund-Zeitung «Feuermelder» – Teilnahme an Dresdner Demonstrationen seit 3.10. – Mitglied der «Gruppe der 20» mit Rathausgesprächen, Reden in Kirchen – Auflösung «Gruppe der 20».

Der erste Zivi der DDR

Harald Bretschneider, geb. 1942 – Pazifist aus Erfahrung und Glauben – Maurerlehre, Theologiestudium, freiwillige Arbeit auf Großbaustellen, Zimmermannslehre, Bausoldat, Dorfpfarrer, Landesjugendpfarrer – seit 1980 maßgeblich in Friedensarbeit der evangelischen Kirche der DDR beteiligt – u. a. Erfinder Lesezeichen/Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“– am 3./4.10. auf Dresdner Hauptbahnhof und Sammeln Namen der Zugeführten – „Verbindungsmann“ nach Leipzig und Teilnahme an entscheidender Demonstration vom 9.10. – erste Wehrdienstverweigerer in sozialem Ersatzdienst in Dresden im Nov. 1989 – Mitgestaltung Zivilgesetz der DDR 1990, nicht mehr verabschiedet

Alles, was man anfasste, war neu

Andrea Spee-Keller, geboren 1958, Gleichstellungsbeauftragte, verheiratet, 4 Kinder 

Wie wurden Sie Gleichstellungsbeauftragte?
Wir hatten ja im Westen zwei Partnerstädte. Worms und Heidelberg. Dadurch hatten wir ziemlich zeitig Kontakt zu dem Dachverband der Frauenvereine in Worms. Die Vorsitzende des Dachverbands war sehr zeitig schon bei uns, sie kam einfach her und hat sich gesagt, ich schaue mir einfach mal an, was die so machen.
Von ihr haben wir das erste Mal gehört, dass es in Worms eine Gleichstellungsbeauftragte gibt und was die so macht. Da haben wir gesagt: «Das finden wir toll. Wir wollen auch eine.»

Heute bin ich glücklich, aber unzufrieden

Ulrich Patzer, geb. 1937, Dipl. Geophysiker, 3 erwachsene Kinder, verheiratet, kam 1957 zum Studium nach Leipzig. Mit Beginn der achziger Jahre war er in einer Umweltgruppe in der Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund aktiv und engagiert sich bis heute für den Radverkehr in und um Leipzig.

 

Haben Sie damals daran gedacht, die DDR zu verlassen?
Es waren sehr pragmatische Gründe, die mich in der DDR gehalten haben. In den 50er Jahren habe ich gerade studiert. Da habe ich mir gesagt, jetzt machst du erst einmal das Studium fertig, denn wenn du jetzt rüber gehst, musst du Studiengebühren bezahlen, woher willst du die nehmen? Hier hatte ich mein Stipendium und mein Auskommen. Und deswegen bin ich hier geblieben. Tja und nach dem Mauerbau bin ich nicht mehr gefragt wurden, ob ich abhauen will oder nicht.
Das heißt, später wollte ich auch nicht mehr weg. In den Vorwendezeiten bin ich auch erst auf den Nikolaikirchhof gegangen, als die Rufe kamen: Wir bleiben hier. – Und nicht die Rufe: Wir wollen raus.
Das Friedensgebet und alles drum herum, das ist ja auch von denen, die abhauen wollten, instrumentalisiert wurden. Das wird ihnen ja von manchen kirchlichen Kreisen heute noch ein bisschen übel genommen – und wie ich finde, zu Recht – dass sie das benutzt haben, um auf sich aufmerksam zu machen, damit sie möglichst bald rauskommen. Ich habe mir gesagt, wenn dem Staat die Jugend wegrennt, dann hat er sowieso keine Chance mehr. Da muss sich etwas ändern und wir bleiben hier.

Die Wiedervereinigung spielt in meinem Leben gar keine Rolle

Kristina Kasek, geboren 1952, promovierte Pharmazeutin, 2 Kinder, verheiratet, lebt seit 1978 in Leipzig, wo sie in den achziger Jahren in einer Umweltgruppe innerhalb des Kulturbundes aktiv war.

Wie ist Ihr politisches Umweltbewusstsein in der DDR erwacht?
Umwelt hat bei mir angefangen, indem ich Mutter geworden bin. Ganz klar. Das lag auch daran, dass ich meine Kindheit und Jugend natürlich nie in umweltverseuchten Gegenden verbracht habe. Erst mitten im Fläming, landschaftlich eine schöne Ecke und dann Greifswald. Saubere Ostsee, Strände wie im Bilderbuch, Poel, Usedom, Hiddensee, Rügen.

Und Leipzig war dann der Umweltschock?
Nicht unmittelbar. Als ich 1978 aus Greifswald wegging und nach Leipzig kam, war mir noch nicht so bewusst, wie dreckig eigentlich Leipzig war, aber als mein erster Sohn geboren wurde, da erwachte plötzlich mein Gefühl für die Umwelt. Ich erinnere mich noch, wie ich, noch im Mutterschaftsurlaub, mit dem Kinderwagen durch die Stadt gelaufen bin, weil ich irgendwoher einen Sack Zement besorgen wollte, da kam ich in Gegenden, wo ich noch nie war. Und dort sah ich plötzlich den Dreck, sah mein Kind im Kinderwagen, die verkehrsreiche Strasse und da machte es irgendwie klick.

Letztendlich war doch das, was wir hier und heute haben, unser Ziel

Andreas Horn, geboren 1952, Pfarrer, verheiratet, 3 Kinder, war 1989 in Dresden, wo er auch heute noch lebt und arbeitet.

Haben Sie an die Möglichkeit eines christlichen Wertemodells im Sozialismus gedacht?
Das war für uns zumindest nicht ausgeschlossen. Ein Sozialismus, der demokratisch funktioniert, der vielleicht auch seine atheistische Weltanschauung vertritt, aber in einer völlig anderen Praxis, als wir es in der DDR erlebt haben. Unsere Idee damals war, die DDR oder die sozialistischen Staaten insgesamt müssen so verändert werden, dass sie demokratische Mindestprinzipien einhalten. Freie Meinungsäußerung. Ein Freiraum für die Kirche, die öffentlich auftreten darf und ein völlig anderes Rechtssystem. Das war der Gedanke: Es muss in einem sozialistischen Staat ein unabhängiges Rechtssystem geben. Unabhängige Richter, die unabhängig von der Weltanschauung und unabhängig von der politischen Einstellung ein Urteil treffen. Es war doch offensichtlich, dass das in der DDR überhaupt nicht funktionierte. In so einem Staat war für uns Kirche als gleichberechtigte Instanz denkbar. In der Endkonsequenz habe ich das aber immer im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung gesehen. Davon habe ich geträumt.

Das was man will, kriegt man doch sowieso nie

Klaus Kuhn, geboren 1953, KfZ-Sachverständiger, 2 Kinder, geschieden, war 1989 in Dresden, wo er auch heute noch lebt und arbeitet.

Sind die Ergebnisse [der Überprüfung der Ergebnisse der Kommunalwahlen am 7. Mai 1989] für Dresden auch gegenüber den politisch Verantwortlichen ausgewertet wurden?
Wir haben einen offenen Brief geschrieben an Prof. Dr. Lothar Kolditz, er war der Vorsitzende des Nationalrats der Nationalen Front der DDR und er war der Einzige, der gegen die Richtigkeit der Wahl Einspruch erheben konnte. Er hat von uns den offenen Brief bekommen, den er nie beantwortet hat und daraufhin haben wir die Ergebnisse als Flugblatt in Dresden verteilt. Das waren bestimmt 1500 Stück. Da standen dann unsere recherchierten Ergebnisse drauf. Wir haben die Flugblätter hier im Haus gedruckt.

Auf dem Dienstwege...

Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im NationalsozialismusDiese Ausstellung zeigt erstmalig Dokumente der rassistisch motivierten Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Leipzig. Sie geschah schrittweise und öffentlich. Die Erfassung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei und Forschung - dem damaligen "Institut für Rassen und Völkerkunde" der Leipziger Universität.

Kindermaterial - Der Katharinenhof in Großhennersdorf

In den Morgenstunden des 27. September 1940 halten fünf tarngrün angestrichene Autobusse der Gemeinnützigen Krankentransport-Gesellschaft (Gekrat) am Portal des Katharinenhofes im sächsischen Großhennersdorf. Dem Personal ist mitgeteilt worden, daß es die von der Inneren Mission der Evangelischen Kirche verwaltete "Landesanstalt für bildungsunfähige und schwachsinnige Kinder" zu räumen habe. Auf den Listen des Gekrat-Personals stehen 173 Namen, 104 Jungen und 69 Mädchen."KINDERMATERIAL" zeichnet den Weg dieser Kinder nach, die als "lebensunwertes Leben" durch die Nationalsozialisten ermordet wurden. Es gibt den Opfern ihre Gesichter und ihre Namen zurück.

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