Was zu tun ist - Für mehr soziale Gerechtigkeit

Was zu tun ist - Für mehr soziale Gerechtigkeit

Urheber/in: Der Paritätische Gesamtverband. All rights reserved.

Ulrich Schneider beschreibt in seinem aktuellen Buch "Kein Wohlstand für alle!?" ein poliitsches und soziales Auseinanderfallen der Gesellschaft in Deutschland. Für ihn ist die neoliberale Ungleichheitspolitik, vor allem seit 1989, Hauptgrund für diese Verwerfungen und er zählt Gründe auf, warum diese Ideologie und Politik so wirkmächtig geworden ist. Ulrich Schneider tritt für eine komplexe Restaurierung sozialer Sicherungssystem ein: für eine starke gesetzliche Rentenversicherung, für eine würdige Grundsicherung im Alter, für eine armutsfeste Arbeitslosenversicherung, für eine neues, transparentes Verfahren zur Bestimmung der Regelsätze und Hilfe statt Sanktionen, für einen solidarischen Familienlastenausgleich, für eine gute kommunale Infrastruktur und für eine solidarische und gerechte Steuerpolitik. Viel zu tun.

Die Thesen für den Abend lauten:

Wir müssen unsere Vorstellungen von zentralen sozialen Konzepten grundlegend überdenken. Wir brauchen ein neues Menschenbild – eine neue Aufklärung.

Unsere sozialen wie politischen Konzepte von Schulden, Konkurrenz und Wettbewerb führen in die Irre. Wir müssen diese Konzepte überdenken und grundlegend neu formulieren, wenn wir zu einem solidarischen und gerechterem Miteinander finden wollen.

Für eine solidarische Gesellschaft brauchen wir eine echte und substanziell neu gedachte Idee von Umverteilung.

Wir müssen weg vom Wettbewerb und autoritären Systemen in allen Domänen. Deshalb brauchen wir würdigende Grundsicherungen für Kinder, im Alter, bei Krankheit und schweren Lebenssituationen, Förderung statt Sanktion bei Arbeitslosigkeit und gerechtere Zugänge zu Wohnen, Bildung, Kultur und Mobilität Ohne Umverteilung von Reichtum werden wir diese Systeme nicht bauen bzw. ausbauen können.

Versuchen wir das Unmögliche aber bleiben wir realistisch.

Auf dem Reißbrett lassen sich neue Modelle solidarischer Umverteilung durchaus konkretisieren. Wir brauchen zusätzlich aber eine Vorstellung, wie wir diese Ziele sichtbar machen können und ihnen politisches Gewicht verleihen.

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Dr. Ulrich Schneider ist seit 1999 Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Der Paritätische ist einer der sechs Spitzenverbände derFreien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Er ist Dachverband von über 10.000 eigenständigen Organisationen, Einrichtungen und Gruppierungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Ulrich Schneider hat an den Universitäten Bonn und Münster Erziehungswissenschaften studiert und an der Uni Münster promoviert. Beim Paritätischen Wohlfahrtsverband war vorher unter anderem Sozialwissenschaftlicher Referent und DDR-Beauftragter.
Zu seinen Publikationen zählen zuletzt:
2014: Mehr Mensch! Gegen die Ökonomisierung des Sozialen, Frankfurt am Main.
(Hg.) 2015: Kampf um die Armut – von echten Nöten und neoliberalen Mythen, Frankfurt am Main.
2017: Kein Wohlstand für alle!? Wie sich Deutschland selber zerlegt und was wir dagegen tun können, Frankfurt am Main.

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