(L)OST IN TRANSFORMATION

Tagungsdokumentation

LOST IN TRANSFORMATION

Seit 2014/2015 hat die Dynamik der Ereignisse - Wahlergebnisse der AfD, gewalttätige Auseinandersetzungen, verbale Entgrenzungen - insbesondere in Ostdeutschland ständig zugenommen. Es scheint eine neue Phase der Nachwendegeschichte begonnen zu haben, in der das bisherige, stille Einverständnis mit den Regierenden von einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung aufgekündigt wird.

Mit den gegenwärtigen Debatten um die Anerkennung der "ostdeutschen Lebensleistung", einem "Gerechtigkeitsfonds", eine verbindliche Einstellungsquote für Ostdeutsche, aber auch das Sprechen über biografische Brüche rückt die Zeit der friedlichen Revolution erneut in den Fokus der Debatten. Deutungen über den Charakter der ostdeutschen Teilgesellschaft 30 Jahre nach dem Mauerfall haben wieder Hochkonjunktur.

Die Konferenz (L)OST IN TRANSFORMATION junger Wissenschaftler*innen aus Leipzig besprach geläufige und weniger geläufige Analysen über die Eigenarten Ostdeutschlands. In Interviews und Texten haben wir die Konferenz dokumentiert.

Die wohnräumliche Dimension sozialer Ungleichheit

Die in den 1990er Jahren angelegten sozioökonomischen Schieflagen (z.B. der Ausverkauf von Wohneigentum an westdeutsche Privateigentümer*innen und Gesellschaften) brechen aktuell auf: Die Folge? Die Wohnungsfrage wird zu einer der drängendsten Fragen.

Neuer Autoritarismus in der urbanen Peripherie

Als visionäre Umsetzung sozialistischen Wohnens gestartet, hat die Großwohnsiedlung in Leipzig-Grünau 30 Jahre nach der friedlichen Revolution mit handfesten Problemen zu kämpfen, wie eine aktuelle Forschungsarbeit des Sozialwissenschaftlers Paul Zschocke zeigt.