Dossier Flucht und Asyl in Sachsen

Flucht und Asyl in Sachsen

Asyl in Sachsen - bei vielen werden allein diese 3 Worte spontan viele beunruhigende Bilder hervorrufen, die auch die aktuellen Nachrichten prägen: Rassistische Proteste gegen Asylsuchende, Brandanschläge auf Heime, lavierende Politiker_innen, bedrohte Asylsuchende. Fakt ist, kaum ein anderes Thema wird im Freistaat derzeit so stark zum politischen und gesellschaftlichen Kampfplatz. Aus dieser Situation ergeben sich auch für Weiterdenken- Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, als Einrichtung der politischen Bildung, verschiedene Arbeitsaufträge.
Die Leitlinien unserer Arbeit sind dabei immer klar: Wir unterstützen menschenrechtsorientierte Perspektiven und Projekte, bieten antirassistischen Positionen Raum, fördern entsprechende politische Auseinandersetzungen und Vernetzungen. Unser Ziel ist es, Geflüchtete, Politiker_innen, Enagierte aus der Zivilgesellschaft und versierte Wissenschaftler_innen zu vernetzen und aus ihrem Austausch die Entwicklung einer öffentlichen Debatte und letztlich einer neuen, humanen Politik zu befördern.
Wir sind damit eine von vielen zivilgesellschaftlichen Akteur_innen, die sich in der sächsischen Zivilgesellschaft und Politik für einen anderen, d.h. humanen Umgang mit Asylsuchenden einsetzen. Diese Initiativen und Einzelpersonen leisten lokal unabdingbare Arbeit und sind mit ihrer langjährigen Erfahrung und/oder neuen Konzepten wichtige Ratgebende für die Politik. Denn neben ihrem geschärften Blick auf die aktuellen Missstände können sie aus ihren unterschiedlichen Praxisfeldern auch gute Beispiele und Ideen benennen. Von der Politik aufgenommen und unterstützt, könnten diese Beispiele zu übergreifenden Modellen hin zu einem menschenwürdigen Asyl in Sachsen werden. Uns ist es folglich ein Anliegen, diese Perspektiven und auch manche „Good-practice-Ansätze“ sichtbarer zu machen und zur politischen Diskussion zu stellen.
Denn wenn es gerade eines gerade viel zitierten „Eingehens auf Sorgen und Nöte“ bedarf, dann sind dies in erster Linie diejenigen der Geflüchteten und der Kräfte, die sich mit ihnen und für sie einsetzen.
Hier setzt also unser Dossier an: Es beinhaltet Expertisen, Interviews und Statements zum Thema „Asyl in Sachsen“ aus verschiedenen Praxisfeldern und unterschiedlichen sächsischen Regionen.
Das Dossier soll wachsen, Hinweise auf spannende Ansätze, Beiträge, Engagierte, Projekte etc. nehmen wir gerne für mögliche weitere Beiträge auf: info@weiterdenken.de
Wir wünschen viele Erkenntnisse und gute Ideen beim Lesen!

Textsammlungen

Interview mit Ines Kummer, Stadträtin in Freital und Sprecherin des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über ihr Engegament für Geflüchtete vor Ort.

Ein Beitrag der Arbeitsgruppe "GEW-Sachsen für Zivilcourage und Solidarität mit geflüchteten Menschen" zur Situation von jungen Geflüchteten in sächsischen Bildungseinrichtungen.

Steven Hummel und Ulrike La Gro zur Arbeit gegen rassistische Mobilisierungen gegen Geflüchtete.

Anna Scheck, Sarah Urban und Carlotta Conrad von Medinetz Dresden e.V. und der IPPNW Hochschulgruppe Dresden zu praktikablen Modellen einer menschenwürdigen Gesundheitsversorgung von Geflüchteten.

Heidi Hemmann, Sozialarbeiterin aus Dresden, zu ihren Perspektiven auf die aktuelle lokale Flüchtlingssozialarbeit.

Katrin Holinski zu den Chancen und Grenzen von hauptamtlicher Flüchtlingssozialarbeit und ehrenamtlichem Engagement.

Elisabeth Grafe zu lokalen Unterbringungskonzepten von Geflüchteten.

Katrin Holinski zur lokalen Unterbringung von Geflüchteten und den Auswirkungen auf ihre Lebenssituation.

 Interview mit Kassem Taher Saleh über das Ankommen, Leben und Aufgenommenwerden in Sachsen.

 Sandra Münch und Jan Sobe vom Bon Courage e.V. zu den Missständen und Perspektiven der sächsischen Willkommenskultur.

Die Gruppe "Refugee-Support-Plauen" stellt sich vor und gibt Einblicke in das Leben Geflüchteter in der Region.