audioscript zur Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Dresden 1933-1945

audioscript zur Verfolgung und Vernichtung der Jüdinnen und Juden in Dresden 1933-1945

Hintergrund: Zahlreiche Dresdner betrachteten die zerstörte Semper-Synagoge am Tag nach dem Pogrom. Quelle: Helmut Hoffmann/www.nachbelichtet.de — Bildnachweise

Ein Stadtrundgang in 13 Tracks

„Es gibt in der Tat nur zwei Möglichkeiten: Eine endgültige Versöhnung mit dieser Vergangenheit oder aber der konstante, d.h. in fortwährender Auseinandersetzung zu vollziehende Bruch mit ihr.“ (Moishe Postone)

Das "audioscript" erschien anlässlich des 70. Jahrestages der Novemberpogrome von 1938. Durch die Verknüpfung von Geschichte und die kritische Reflexion der gegenwärtigen Debatten ist es ein Beitrag zur geschichtspolitischen Auseinandersetzung in der Stadt Dresden.Es entstand in einjähriger Arbeit ein Audiostadtrundgang, der in 13 Tracks eine Auseinandersetzung mit (stadt-)historischen, philosophischen und künstlerischen Diskursen über die Shoa ermöglicht. Durch die Verwendung eines MP3-Players/Smartphones ist es möglich, an 12 exemplarische Orte wie die Brühlsche Terrasse, das Hygienemuseum oder das ehemalige „Judenlager am Hellerberg“ zu gehen und sich die Audiobeiträge mit einer Länge von durchschnittlich 12 Minuten anzuhören. Ein dazugehöriger Stadtplan, auf dem die Orte markiert sind, dient der Orientierung.

Die einzelnen Tracks unterscheiden sich in ihren thematischen Schwerpunkten und der künstlerischen Umsetzung. Die Orte werden historisch näher bestimmt, indem dort stattgefundene Verbrechen aufgezeigt werden. Die antisemitischen Verbrechen, die wie die Orte nur exemplarisch besprochen werden können, weisen über den konkreten Ort hinaus und dienen beispielsweise der Thematisierung des Ausschlusses aus dem öffentlichen Raum, den Debatten um die „Entschädigung“ von Zwangsarbeit, dem Zusammenhang von Wohlstand der Nachkriegsgesellschaften und Vernichtung und der gegenwärtigen Erinnerungskultur. Einige Beiträge nähern sich den Orten essayistisch oder in Form der Montage bestimmter Perspektiven. Andere bedienen sich fiktionalisierter Dialoge, die das gegenwärtige Alltagsgespräch über die Zeit des Nationalsozialismus skizzieren. Fokussiert werden zwei Koordinaten der Auseinandersetzung: Das individuelle Erleiden wird durch autobiographisches Material der Überlebenden entgegen dem hiesigen hegemonialen Geschichtsdiskurs stark gemacht. Das Erlittene korrespondiert mit Zitaten einer kritischen Theorie, die Auschwitz nicht historisiert, sondern als Zivilisationsbruch markiert und zum Ausgangspunkt jeder philosophischen Überlegung macht.

Der Audio-Stadtrundgang ist als App für Smartphones verfügbar. Sie finden die App und alle Infos für das Betriebssystem Android in Google Play: https://play.google.com/store/apps/details?id=net.audioscript

Für alle Androidnutzer*innen, die Google Play Store nicht verwenden, ist die App als APK zum Download verfügbar: https://candlewithhare.no-ip.org/audioscript.apk

Eine weitere Veröffentlichung für das Betriebssystem iOS ist in Arbeit.

Zusätzlich stehen das "audioscript" als MP3 und der dazugehörige Stadtplan als PDF in Deutsch und Englisch zum Download unter der Adresse http://www.audioscript.net/ kostenlos zur Verfügung.

IMPRESSUM

Konzeption, Recherche, Textbearbeitung, Dramaturgie, Außenaufnahmen und Projektorganisation
Heike Ehrlich, Thomas Fache, Katrin Förster, Kathrin Krahl, Claudia Pawlowitsch, Anita Ulrich, Katharina Wüstefeld

Projektträger/Kontakt
VpKK e.V., Rudolf-Leonhard-Straße 39, 01097 Dresden (audioscript 2008); kosmotique e.V., Martin-Luther-Straße 13, 01099 Dresden (App 2019)
info@audioscript.net
http://www.audioscript.net/

In Kooperation mit: Gedenkplätze - ein Dokumentations- und Erinnerungsprojekt des AKuBiZ e. V. aus Pirna, Jüdische Gemeinde zu Dresden, Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

Mit Unterstützung von: Hochschule für Bildende Künste Dresden

Gefördert von: Amadeu Antonio Stiftung, AZ Conni, Fonds Soziokultur, Hans-Böckler-Stiftung, Jugend in Aktion, Lazar-Lichdi-Fonds, Lokales Handlungsprogramm für ein vielfältiges und weltoffenes Dresden im Rahmen des Bundeprogramms "Demokratie leben!", Studentenrat der TU Dresden

Sprecher_innen (deutsche Tracks)
Dana Bondartschuk, Mona Samira Bouguerba, Tine Bovermann, Stefanie Busch, Svea Duwe, Monika Hammerla,Renate Heidelmann, Erik Hildebrandt, Till Hollmann, Maren Jung, Jasper Kettner, Sandro Merbd, Claudia Minet, Karina Plachetka, Sandra Popp, Angela Stuhrberg, Jadwiga Stummann, Iveta Szanyiova, Robert Thiele, Christoph Töpfer, Hanns-Jörn Weber, Anke Woschech

Speakers (english tracks)
Vicky Arnold, Christina Avdi, Regina Bauch, Dana Bondartschuk, Amanda Carskadon, Falk Iser, Jasper Kettner, Robert Lewetzky, Wibke Paulsen, Phillip Roth, Judith Schenk, Kathrin Schmeisser, Jadwiga Stummann, Robert Tyson, Albrecht Viertel, Laura Wichmann

Tonaufnahme und Mischung
Karsten Heim, Ralf Kürbis

Komposition und Soundeffekte
Raoul Doré

Historische Beratung
Nora Manukjan, Gerald Hacke

Übersetzung (englisch)
Laurent Faasch-Ibrahim, Torsten Heinrich, Tim Sharp

Layout Printmedien
Claudia Minet

Webdesign
Helga Tauscher

Programmierung Android: Jens Wagner

Dank an
Dr. Holger Birkholz, Tine Bovermann, Hans Brenner, Stefanie Busch, Lutz Dammbeck, Jörg Eichler, Jörn Ellger, Johannes am Ende, Michael Genderkinger, Nora Goldenbogen, Michael Grunert, Juri Haas, Andreas Hagelüken, Christiane Hempker, Irmgard Lumpini, Dirk Hofmeister, Krischa Hütter, Claudia Jerzak, Kalle Kalkowski, Laura Keller, Johannes Klein, Mohan Köhler, Vicki Krause, Matthias Küntzel, Robert Kusche, Marlene Laube, Titus Lenk, Cord Pagenstecher, Roni Pelled, Jana Scheuring, Roland Schwarz, Hildegart Stellmacher, Christoph Töpfer, Jens Wagner, Monika Weber, Justus Wenke, Janet Zöbisch u.a.

7. Stock, AZ Conni, Buchladen König Kurt, HATiKVA e. V., Kulturbüro
Sachsen, Vicky and the eclectic-theatre Dresden

Kooperationspartner VpKK e.V., Rudolf-Leonhard-Str. 39, 01097 Dresden
(http://www.audioscript.net/)
Jüdische Gemeinde zu Dresden
Stadtmuseum Dresden
und mit Unterstützung Klasse Prof. Dammbeck, Hochschule für Bildende Künste Dresden

Kosten: kostenlos

 

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