Wir reisen vom 28. Juli bis zum 5. August über Krakau nach Cernowitz und Lemberg mit einem Abstecher nach Verkhovyna in der Huzulei.
Leider ist unserer Reise schon ausgebucht. Wenn es uns möglich ist, werden wir die Bildungsreise in diesem oder nächtem Jahr noch einmal veranstalten. Dafür können Sie sich gerne schon vormerken lassen.
„Das Land, in dem Menschen und Bücher lebten“ - mit diesen Worten stellte einst der Dichter Paul Celan den Lesern in Deutschland seine Heimat vor. Sie befindet sich in einer Gegend, die heute jenseits der neuen EU-Außengrenze liegt und erst seit der Orangen Revolution in der Ukraine wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gekommen ist: Galizien und die Bukowina.
Wir wollen auf unserer Leserreise das Land entdecken, in dem Menschen und Bücher lebten, seine wechselhafte Geschichte erkunden, jüdisches Leben und die anmutige Landschaft
erfahren und erlaufen. Und wir wollen Menschen begegnen, die uns einen Einblick in das Leben der heutigen Westukraine bieten.
Wir erkunden L´viv/ Lemberg, die Hauptstadt Galiziens und Metropole der Westukraine, das Ukrainische Piemont, Černivci/ Czernowitz, das „Babylon Mitteleuropas“ und „Kleinwien des Ostens“. und natürlich Krakau. Details unten.
Reiseleiter ist der Journalist und Autor Uwe von Seltmann, die betreuende Agentur ist Ex Oriente Lux.Start ist in Dresden am Morgen des 28. Juli (Samstag) und wir kommen am Sonntag, 5. August am Nachmittag wieder in Dresden an. Die Reise umfasst 7 Übernachtungen, davon 3 in Lemberg, eine in Krakau, zwei in Czernowitz und eine in Kosiw. Im Preis inbegriffen sind die Busfahrten nach Krakau und von Krakau nach Dresden zurück, alle Busfahrten in der Ukraine und die beiden Zugfahrten von Krakau nach Lemberg (Nachtzug) und zurück, alle Hotelkosten und neben dem Frühstück jeweils eine weitere Mahlzeit pro Tag. Bezahlt sind auch alle Eintritte während der gemeinsamen Stadtrundgänge und Gespräche.
TN-Preis ist 895 € für Reisende im Doppelzimmer (Einzelzimmeraufschlag 95 €), für Studierende, Menschen in Ausbildung und ohne Erwerbseinkommen beträgt der Preis 550 €.
Zur Einreise in die Ukraine benötigen Sie einen über das Reiseende hinaus noch mindestens einen Monat gültigen Reisepass (Personalausweis genügt nicht!) und eine in der Ukraine gültige Auslandskrankenversicherung (Nachweis wird u.U. an der Grenze gefordert).
Sie erhalten zunächst eine formlose Bestätigung des Eingangs. Sind bis zum 30. Mai 2012 mindestens 15 Anmeldungen eingegangen, findet die Reise statt und Sie erhalten eine förmliche Bestätigung, den Sicherungsschein und die Bitte um Überweisung des Reisepreises und alle weiteren Informationen zur Reise.
09:00 Abfahrt Dresden/ Busfahrt nach Krakau
Führung durchs jüdische Viertel Kazimierz
Gemeinsames Abendessen im Café Mlynek
Nachtzug nach Lemberg
29. Juli (So)
Frühstück und Busfahrt nach Czernowitz
Führung „Kleinwien des Ostens“ mit Tanya Bereshnaja
Gemeinsames Abendbrot/ Übernachtung in Czernowitz
30. Juli (Mo)
Das jüdische Czernowitz: Paul Celan, Rose Ausländer; Friedhof; Gespräch mit Rabbiner; Vorstadt Sadagora
Gemeinsames Abendessen mit Gast [Stiftung „Neue Familie“, (Drogenhilfeprojekt)]
Übernachtung in Czernowitz
31. Juli (Di)
Fahrt nach Kosiw
Zwischenstopps voraussichtlich in Zabolotiv (Geburtsort von Manés Sperber) und Kolomea (ehem. Schtetl) / Übernachtung in Kosiw
1. August (Mi)
Fahrt von Kosiw nach Lemberg über Verkhovyna, Hauptstadt der Huzulei
Übernachtung in Lemberg
2. August (Do)
Lembergs wechselhafte Geschichte unter polnischer, österreichischer, deutscher, sowjetischer und ukrainischer Herrschaft – mit Jurko Prochasko (preisgekrönter Übersetzer und Autor)
Altstadt: UNESCO-Weltkulturerbe - Stadtrundfahrt mit Ausstiegen
Gemeinsames Abendessen mit Gast
Übernachtung in Lemberg
3. August (Fr)
Stadtrundfahrt 2: „Jüdisches Lemberg“
Nachmittag – Gespräch mit Gast zu aktuellen Fragen
Abendessen mit Lesung und Übernachtung in Lemberg
4. August (Sa)
Zugfahrt nach Krakau
Stadtrundgang
gemeinsames Abendbrot/ Klezmer in Kazimierz
Übernachtung in Krakau
5. August (So)
Frühstück und Rückfahrt nach Dresden mit Reisebus
Reiseleiter ist Uwe von Seltmann, geb. am 29. Juli 1964 in Müsen/Kreis Siegen, lebt als freier Autor und Publizist in Krakau und Leipzig. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Erlangen, Wien und Tübingen arbeitete er als Journalist u.a. in Berlin, Wien, Dresden und Görlitz. Von 2004 bis 2008 war er Chefredakteur der sächsischen Wochenzeitung »Der Sonntag«. Seit Sommer 2006 lebt er mehr und mehr in Krakau und schreibt v.a. für die Jüdische Allgemeine und Spiegel-Online.
Uwe von Seltmann hat bisher sechs Bücher verfasst oder herausgegeben. Er war 2001 Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg und unternahm 2002 eine Literarische Auslandsreise (Polen und Tschechien) mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland. Er ist Gründungsvorsitzender des Förderkreises Görlitzer Synagoge e.V. und Mitglied im Verein »Gegen Vergessen – für Demokratie«. 2006 erschien von U.v. Seltmann gemeinsam mit Claudia Brunner das Buch »Schweigen die Täter, reden die Enkel« (Fischer-Taschenbuch).
Seit 2009 recherchiert er für sein neues Buch, dass im Februar 2012 bei Herbig erscheinen wird.
»Todleben - Eine deutsch-polnische Suche nach der Vergangenheit« sucht nach der gemeinsamen Geschichte seiner Familie und der seiner Frau: Die Familien sind auf fatale Weise verbunden. Der deutsche Großvater war ein SS-Mann in Polen, der polnische Großvater wurde in Auschwitz ermordet; zwei ihrer Enkel sind miteinander verheiratet. Uwe von Seltmann öffnet die Büchse der Pandora und forscht nach: Ist sein Großvater dem seiner Frau Gabriela begegnet, hat er etwas mit dessen Tod zu tun? Briefe und Zeugnisse aus der Zeit führen ihn auf der Suche nach Antworten quer durch Europa, zu den Schauplätzen nationalsozialistischer Verbrechen, zu Überlebenden des Holocaust und ehemaligen Tätern, aber eben vor allem auch durch Polen un ehemlige polnische Gebiete in der heutigen Ukraine. Berührend und erschütternd zugleich schildert er, wie in den beiden Familien alte Wunden aufreißen und längst Verdrängtes ins Bewusstsein zurückkehrt.
Uwe von Seltmann hat 2010 von diesen Recherchen schon für Weiterdenken berichtet: Pani Wasielina in der Huzulei.
Uwe von Seltmann hat ähnliche Reisen bereits in früheren Jahren betreut.


