Aktuelle Beiträge und Projekte

Publikation

Gefährliche Liebschaften 2011

24. Mai 2011 - Die erste Auflage der «Gefährlichen Liebschaften» stieß erfreuerlicherweise in Deutschland und in der Tschechischen Republik auf großes Interesse und war in kurzer Zeit vergriffen. In Sachsen gab es mit dem 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden im Juni 2011 einen Anlass, die Publikation zu überarbeiten und neu zu verlegen. Deshalb haben wir die Publikation um neue Texte zur Rolle der Kirchen in Deutschland und Tschechien in unserem Themenfeld und einen Text zur Extremismusformel ergänzt und die Autorinnen und Autoren gebeten, ihre Texte der ersten Auflage zu überarbeiten.  mehr»

2009 veröffentlichten das Kulturbüro Sachsen und Weiterdenken in einer Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Bund die Broschüre »Gefährliche Liebschaften« in deutscher und tschechischer Sprache. Aber auch nach der Publikation der Broschüre wurde die deutsch-tschechische Zusammenarbeit vertieft und fortgesetzt. 2009 gründete sich die Opferberatungsstelle In IUSTITIA aus. In einem Recherche-Projekt „Vergessene Opfer“ wurde die Situation der Opfer von Hate violence (Hassgewalt) und die bestehenden bzw. notwendigen Beratungs- und Unterstützungsangebote in Tschechien analysiert. 
Miroslav Bohdálek über neue Projekte

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Debatte

ExtremismusbegriffskritikerInnenkritik

- 28. April 2010 -

Ein z.Zt. äußerst beliebtes Thema bei antifaschistisch engagierten Menschen ist die Kritik des Extremismus-Begriffs. Die Problematik dieses Begriffs liegt sicherlich darin, dass das Schema einer demokratischen „Mitte“, die durch „Ränder“ bedroht wird, zur Beschreibung der gesellschaftlichen Realität wenig geeignet ist. Gesellschaftliche Erscheinungen wie Rassismus oder Homophobie sind keine „Randphänomene“ und sie werden auch nicht beseitigt werden können, wenn sie als solche wahrgenommen werden.
So weit, so richtig. Etwas anstrengend wird es aber, wenn sich eine Begriffspolizei bildet, die uns am liebsten hundertmal an die Tafel schreiben ließe: „Ich darf nicht Rechtsextremismus sagen!“ Zuständig für dieses Anliegen ist die „Initiative gegen jeden Extremismusbegriff“ (Inex).

Achim Wesjohann zur Kritik des Extremismusbegriffs

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Beitrag

Es gibt keine Mitte
Die Diskussion um den Extremismusansatz und dessen Folgen für die Arbeit gegen Nazistrukturen und nazistische, menschenfeindliche und diskriminierende Einstellungen und Handlungen ist nicht neu. Seit Jahren verweisen Wissenschaft und Praxis darauf, dass die Unterscheidung zwischen einer politischen «Mitte der Gesellschaft» und deren extremen Rändern empirisch nicht haltbar ist, weil sie sich in einem komplexen Geflecht z.B. rassistischer, antisemitischer, völkischer, sozialdarwinistischer, autoritärer bzw. radikaldemokratischer, anarchistischer, sozialistischer, kommunistischer usw. Einstellungen auflöst.

Doris Liebscher über den Extremismusbegriff.

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Neonazis und Rechtsextremismus
Demonstration von Nazis am 14. Februar 2009 in Dresden
Einführung
Angriffe auf die Demokratie
Demokratische Kultur heißt für Weiterdenken auch die Auseinandersetzung mit den massivsten Angriffen auf demokratische Grundhaltungen und Grundregeln durch das, was wir Rechtsextremismus nennen: Rassistische, völkische, antisemitische Einstellungen und daraus erwachsende Strukturen, Organisationen, Politikangebote, Handlungen.

Wir sind in Sachsen dabei mit drei verschiedenen Problemkreisen konfrontiert: Das sind zum ersten die in Parteien organisierten Neonazis. In Sachsen ist dabei die NPD die einzig relevante und ideologisch dominierende Partei mit derzeit zwischen 800 und 900 Mitgliedern. Sie stellt sich in die Tradition der NSdAP und richtet sich gegen Demokratie, Parlamentarismus, Rechtsstaatlichkeit und eine vielgestaltige Gesellschaft. In enger Verbindug mit der neonationalsozialistischen NPD stehen die mehr oder weniger organisierten Neonazis in den Kameradschaften, "Freien" und Autonomen" Gruppen. Sie sind gewaltbereit und trotz mancher Konflikte mit Kadern der NPD deren Partner im "Kampf um Straßen, Köpfe, Herzen, Parlamente". Gemeinsam mit anderen Organisationen sprechen wir von ca. 3.000 aktiven Personen im neonationalsozialistischen Spektrum.

2004 haben aber mehr als 190.000 Bürgerinnen und Bürger in Sachsen NPD gewählt und für das Ergebnis von 9,2% bei der Wahl zum Sächsischen Landtag gesorgt. Auch bei den letzten Wahlen (Landkreistagswahlen Juni 2008) hat die NPD 5,1% erreicht. Wir gehen deshalb davon aus, dass es in Sachsen eine größere Zahl von Menschen gibt, deren Einstellungen Anknüpfungspunkte für NPD und Kameradschaften ermöglicht. Diese antidemokratischen, xenophoben, rassistischen, antisemitischen, frauenfeindlichen, homophoben, sozialdarwinistischen, nationalistischen, geschichtsrevisionistischen Einstellungen stellen die eigentliche Gefährdung für die demokratische Kultur und Verfasstheit in Sachsen dar und sind deshalb Gegenstand unserer Arbeit.

Weiterdenken hat in den letzten Jahren den Aufbau einer Gruppe von Trainerinnen und Trainern begleitet, die Trainings zu den Themen Neonazismus, Rassismus, Demokratische Kultur und Empowerment für verschieden Zielgruppen anbietet. Das gesamte Angebot und aktuelle Veranstaltungstermine finden Sie auf der Seite der Landesarbeitsgemeinschaft Politisch-Kulturelle Bildung Sachsen e.V. (pokuBi).

Weiterdenken ist im Netzwerk Tolerantes Sachsen vertreten.

Veranstaltungen

Zwickau: Fr, 27.1.2012, 11:20 bis Fr, 10.2.2012, 15:00 Uhr
Eine deutsch-polnische Suche nach der Vergangenheit
Görlitz: Mo, 12.3.2012, 19:00 bis 21:00 Uhr
Jüdisches Leben in Deutschland 2012
Chemnitz: Di, 13.3.2012, 19:00 bis 21:00 Uhr

Ausstellung und Publikationen

Publikation

Gibt es Extremismus?

19. März 2010 - Am 29. Januar 2010 veranstaltete Weiterdenken, in Kooperation mit dem Kulturbüro Sachsen e.V., dem Forum Kritische Rechtsextremismusforschung und dem Referat für Politische Bildung des Studierendenrates der TU Dresden die Tagung «Gibt es Extremismus? Extremismusansatz und Extremismusbegriff in der Auseinandersetzung mit Neonazismus und (anti-)demokratischen Einstellungen».
Die Veranstaltung ist auf eine unerwartet große Resonanz gestoßen. Die vorliegende Publikation soll die Ergebnisse der Tagung dokumentieren und langfristig nutzbar machen.
Wir wollten gerade auch als sächsische Einrichtungen diese Debatte führen, weil der Begriff aus der Politikwissenschaft in Sachsen – also insbesondere den Politikwissenschaftlern Uwe Backes und Werner Patzelt in Dresden und Eckhard Jesse in Chemnitz immer wieder theoretisch begründet und in die politische Diskussion eingeführt wird.
Der Begriff «Extremismus» ist aus Sicht der Veranstalter_innen für eine wirksame Arbeit für demokratische Kultur in Sachsen hinderlich und als theoretischer Ansatz unzureichend, deshalb unsere Einladung zu dieser Diskussion. mehr»

Schriften zur Demokratie

Gefährliche Liebschaften - Rechtsextremismus im kleinen Grenzverkehr

- Die vorliegende Publikation „Gefährliche Liebschaften. Rechtsextremismus im kleinen Grenzverkehr“ gibt Einblick in die rechtsextremen Aktivitäten im Grenzland. Zu diesen Aktivitäten gehören auch die gegenseitige Unterstützung bei Demonstrationen und der Verkauf rechtsextremistischer Musik, Bekleidung, „Devotionalien“. Darüber hinaus beleuchten einige Beiträge die Situation von Opfern rechtsextremer Gewalt und die Arbeit zivilgesellschaftlicher Akteure. So ist ein praxisnaher Sammelband entstanden, der Zivilcourage und Engagement gegen den alltäglichen Rechtsextremismus stärken will. mehr»
Rechtsextreme Einstellungen von BerufsschülerInnen. Eine empirische Studie.
Michael Nattke hat von Sommer 2008 bis Februar 2009 eine Befragung von mehr als 500 BerufsschülerInnen durchgeführt und konnte wichtige Hinweise bezüglich des rechtsextremen Einstellungspotentials sächsischer BerufsschülerInnen eruieren. mehr»

Vorurteile machen blind

- "Vorurteile machen blind- Rechtsextreme Vorurteile und wie wir ihnen begegnen"greift rassistische, ausländerfeindliche und antisemitische Vorurteile, kontextualisiert sie und bietet kurze Gegenargumente an. mehr»
Link Tolerantes Sachsen www.tolerantes-sachsen.de