Die Dresdner Ausstellung brüche. DRESDEN | 1989 | DRESDEN fragt nach den mit dem Jahr 1989 verknüpften Auf- und Umbrüchen, aber auch nach den Ab- und Zusammenbrüchen in der Dresdner Stadtgesellschaft. Sie erfasst die drei Zeitphasen vor, während und nach 1989. Ein Ausstellungsteil behandelt die Entwicklung Dresdens vom ehemaligen «Tal der Ahnungslosen» hin zu einem vernetzten Ort in der globalisierten Medienwelt. Ein anderer vergleicht die politische Funktion und die Inszenierung von Demonstrationen in der Stadt. Ein weiterer Teil betrachtet die Vorbedingungen und Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements im «Szene-Viertel» Dresden-Neustadt. Ein Abschnitt widmet sich der bislang ausgeblendeten Geschichte jener Dresdnerinnen und Dresdner, die vor 1989 als so genannte ausländische Vertragsarbeitskräfte in die DDR gekommen waren.
brüche - DRESDEN | 1989 | DRESDEN geht über die bei anderen Ausstellungen und Festveranstaltungen zum 20. Jubiläum von 1989 gängige Konzentration auf Herrschafts- und Widerstandsgeschichte hinaus, ohne den Blick auf den Lebensalltag der Menschen vor 1989 zu verklären. «brüche» handelt auch vom Umbruchsjahr 1989/90 selbst, thematisiert aber den langfristigen Transformationsprozess Dresdens seit den 1980er Jahren bis in die heutige Zeit. Sie stellt den Wandel und die Kontinuitäten im städtischen Leben heraus.
Ruairí O‘Brien, in Dresden lebender Architekt, Künstler und Lichtplaner, hat in Korrespondenz mit «brüche» eine Installation gebaut, die eine weitere Sicht auf «1989» durch den Blickwinkel des Künstlers ermöglicht. Das Objekt «8 windows and 9 doors in light» ist eine persönliche Auseinandersetzung mit den Themen «Wege» und «Möglichkeiten» im universellen Zeitraum. O‘Brien, gebürtiger Ire, kam 1991 aus England nach Deutschland auf der Suche nach dem «Wendezeitgeist.»
Details auf der Sonderseite:
http://www.himmelweit-gleich.de/
Die Ausstellung «brüche. DRESDEN I 1989 I DRESDEN» steht in mehrfacher Hinsicht in einen thematischen Dialog mit dem Ausstellungsort in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Am 5. Dezember 1989 besetzten Demonstranten in Dresden die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit und die Untersuchungshaftanstalt des MfS und trugen mit friedlichen Mitteln zum Ende des wichtigsten Unterdrückungsinstruments der Diktatur in der DDR bei. Die Bautzner Straße wurde so zu einem zentralen Ort der Friedlichen Revolution, die den Wandel ermöglichte, dem die Ausstellung gewidmet ist.
Zugleich ist eine Ausstellung, die Aspekte des täglichen Lebens in Dresden in der ehemaligen Untersuchungshaft-anstalt des MfS präsentiert, eine Herausforderung, über den Doppelcharakter der DDR-Diktatur nachzudenken. Zu der jährlich am 1. Mai mit offiziellen Demonstrationen und Volksfesten inszenierten Einigkeit von Staat und Bevölkerung etwa gehörte eben untrennbar der Unterdrückungsapparat MfS, der jene verfolgte, die es in der DDR wagten, eigenständig beispielsweise für Frieden oder gegen Umweltzerstörung zu demonstrieren. Insofern bietet die Ausstellung an diesem Ort die Chance, dem Januskopf der DDR nachzuspüren und zugleich die Resultate des tiefgreifenden Wandels der vergangenen Jahre im Wissen um dessen Ausgangspunkt zu beurteilen.
AUSSTELLUNG
15. Februar bis 5. Juni 2010
Montag bis Freitag 09:00 bis 16:00 Uhr
Gedenkstätte Bautzner Straße
Bautzner Straße 112a
01099 Dresden
FÜHRUNGEN
auf Nachfrage
fon 0351 - 49 43 482
eMail info@weiterdenken.de
Brücke/Most-Stiftung, Dresden/ Prag
Edith-Stein-Haus, Wroclaw
punkt, Bratislava,
Goethe-Institut Prag
mit Förderung durch:
Freistaat Sachsen,
Landeshauptstadt Dresden
Außenministerium der Republik Polen
Stiftung Deutsch-Polnsche Zusammenarbeit
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
Deutsches Rundfunkarchiv
Fonds Intenda (Slowakische Republik)
Kulturministerium der Slowakischen Republik
Vishegradfund


