(UN)SICHTBAR?! - Koloniale Spuren in Museen und Gesellschaft. Dokumentation

(Un)sichtbar - Koloniale Spuren in Museen und Gesellschaft. Dokumentation

Foto: Georg Maercker (1865–1924) Museum für Völkerkunde Dresden. All rights reserved.

Zur Reihe

Zwischen 1884 und 1918 zählte das Deutsche Reich zu den großen europäischen Kolonialmächten. Es besaß seine größten Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent, sowie das nordöstliche Neu Guinea und kleinere Besitztümer im Pazifik und in der Kiautschou-Bucht in China. Den Menschen in den ehemaligen Kolonien ist der Kolonialismus noch heute allgegenwärtig. Die Folgen reichen von immer noch bestehenden Staatsgrenzen bis zur Nationalsprache. Auch in Leipzig finden sich koloniale Spuren: im Stadtbild, in städtischen Institutionen wie dem Zoo und nicht zuletzt auch im Völkerkundemuseum, dessen Sammlungsobjekte zum großen Teil aus der Kolonialzeit stammen. Dies sind sichtbare Spuren, die von der Vergangenheit in die Gegenwart weisen. Unzählige andere sind weniger sichtbar. Das koloniale Erbe zieht sich in Deutschland bis heute durch gesellschaftliche Strukturen und Institutionen und äußert sich in Vorstellungen und Umgangsweisen. Erst allmählich findet auch hierzulande eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema statt und weckt das allgemeine Interesse für postkoloniale Fragestellungen. Die Veranstaltungsreihe zwischen Mitte januar und Mitte März 2017 wolltee zum Verständnis beitragen, warum die Aufarbeitung dieser Geschichte für die Gegenwart so wichtig ist und welche Potentiale die postkoloniale Auseinandersetzung bietet. Sie konnte Zusammenhänge und Beziehungsmuster sichtbar, Perspektiven nachvollziehbar und Stimmen hörbar machen.

Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation zwischen dem Grassi Museum für Völkerkunde und Weiterdenken, Heinrich-Böllstiftung Sachsen.
Isabelle Reimann, Ethnologin und aktiv in der politischen Bildungsarbeit, moderiert die Podiumsdiskussionen. Sie war zuletzt Lehrbeauftragte am Ethnologischen Institut Leipzig für das Seminar »Postkolonialismus/Kolonialität«.

In der Dokumentation hat die Moderatorin Isabelle Reimann die Abende zusammengefasst, die Impulse und Diskussionen können nachgehört werden und wir geben Hinweise auf weiterführende Texte und Personen.

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Zu Gast:
Bernhard Müller,  Forscher der Anthropologie und Performance Studies (IRIS, Paris).
Susanne Wagner, Promotionsstipendiatin am Kompetenzzentrum Medienanthropologie der Bauhaus Universität Weimar.

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Zu Gast:
Katharina Oguntoye, Historikerin, Autorin und Aktivistin, Mitherausgeberin des Buches »Farbe bekennen. Afro-deutsche Frauen auf den Spuren ihrer Geschichte.« (1986), sie ist Leiterin des Vereins JOLIBA – Interkulturelles Netzwerk Berlin e.V.
Sebastian Garbe promoviert zu gegenwärtigen translokalen Solidaritätsbewegungen aus dekolonialer Perspektive am Institut für Soziologie der JLU Gießen und ist aktiv in der Initiative Frankfurt Postkolonial.

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Zu Gast:
Dr. Natascha A. Kelly ist Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten race und gender und Kuratorin der interaktiven Wanderausstellung EDEWA (Berlin).
Josephine Apraku ist Afrikawissenschaftlerin. Zusammen mit Jule Bönkost leitet sie das IDB | Institut für diskriminierungsfreie Bildung in Berlin. Seit 2016 führt sie bei ARiC Berlin e. V. das Bildungsprojekt „Hier und Jetzt! Kolonialrassismus im Unterricht“ durch.

Politische Kultur & Institutionen

Demokratie thematisieren wir als gesellschaftspolitischen Prozess, der aus der Praxis der Bürger_innen lebt und so demokratische Institutionen verändert. Bürgergesellschaft und Partizipation sind deshalb wesentliche Aspekte dieses Schwerpunktes. Wir machen Ansprüche und Widersprüche demokratischer Verfahren und Institutionen und Stand und Krise(n) der Parteiendemokratie zum Thema.

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