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Zeitgeschichte – Alle Beiträge

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Letztendlich war doch das, was wir hier und heute haben, unser Ziel

Andreas Horn, geboren 1952, Pfarrer, verheiratet, 3 Kinder, war 1989 in Dresden, wo er auch heute noch lebt und arbeitet.

Haben Sie an die Möglichkeit eines christlichen Wertemodells im Sozialismus gedacht?
Das war für uns zumindest nicht ausgeschlossen. Ein Sozialismus, der demokratisch funktioniert, der vielleicht auch seine atheistische Weltanschauung vertritt, aber in einer völlig anderen Praxis, als wir es in der DDR erlebt haben. Unsere Idee damals war, die DDR oder die sozialistischen Staaten insgesamt müssen so verändert werden, dass sie demokratische Mindestprinzipien einhalten. Freie Meinungsäußerung. Ein Freiraum für die Kirche, die öffentlich auftreten darf und ein völlig anderes Rechtssystem. Das war der Gedanke: Es muss in einem sozialistischen Staat ein unabhängiges Rechtssystem geben. Unabhängige Richter, die unabhängig von der Weltanschauung und unabhängig von der politischen Einstellung ein Urteil treffen. Es war doch offensichtlich, dass das in der DDR überhaupt nicht funktionierte. In so einem Staat war für uns Kirche als gleichberechtigte Instanz denkbar. In der Endkonsequenz habe ich das aber immer im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung gesehen. Davon habe ich geträumt.

Die Wiedervereinigung spielt in meinem Leben gar keine Rolle

Kristina Kasek, geboren 1952, promovierte Pharmazeutin, 2 Kinder, verheiratet, lebt seit 1978 in Leipzig, wo sie in den achziger Jahren in einer Umweltgruppe innerhalb des Kulturbundes aktiv war.

Wie ist Ihr politisches Umweltbewusstsein in der DDR erwacht?
Umwelt hat bei mir angefangen, indem ich Mutter geworden bin. Ganz klar. Das lag auch daran, dass ich meine Kindheit und Jugend natürlich nie in umweltverseuchten Gegenden verbracht habe. Erst mitten im Fläming, landschaftlich eine schöne Ecke und dann Greifswald. Saubere Ostsee, Strände wie im Bilderbuch, Poel, Usedom, Hiddensee, Rügen.

Und Leipzig war dann der Umweltschock?
Nicht unmittelbar. Als ich 1978 aus Greifswald wegging und nach Leipzig kam, war mir noch nicht so bewusst, wie dreckig eigentlich Leipzig war, aber als mein erster Sohn geboren wurde, da erwachte plötzlich mein Gefühl für die Umwelt. Ich erinnere mich noch, wie ich, noch im Mutterschaftsurlaub, mit dem Kinderwagen durch die Stadt gelaufen bin, weil ich irgendwoher einen Sack Zement besorgen wollte, da kam ich in Gegenden, wo ich noch nie war. Und dort sah ich plötzlich den Dreck, sah mein Kind im Kinderwagen, die verkehrsreiche Strasse und da machte es irgendwie klick.

Auf dem Dienstwege...

Dokumente zur Erfassung, Ausgrenzung und Deportation der Leipziger Sinti und Roma im NationalsozialismusDiese Ausstellung zeigt erstmalig Dokumente der rassistisch motivierten Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma in Leipzig. Sie geschah schrittweise und öffentlich. Die Erfassung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Polizei und Forschung - dem damaligen "Institut für Rassen und Völkerkunde" der Leipziger Universität.

Kindermaterial - Der Katharinenhof in Großhennersdorf

In den Morgenstunden des 27. September 1940 halten fünf tarngrün angestrichene Autobusse der Gemeinnützigen Krankentransport-Gesellschaft (Gekrat) am Portal des Katharinenhofes im sächsischen Großhennersdorf. Dem Personal ist mitgeteilt worden, daß es die von der Inneren Mission der Evangelischen Kirche verwaltete "Landesanstalt für bildungsunfähige und schwachsinnige Kinder" zu räumen habe. Auf den Listen des Gekrat-Personals stehen 173 Namen, 104 Jungen und 69 Mädchen."KINDERMATERIAL" zeichnet den Weg dieser Kinder nach, die als "lebensunwertes Leben" durch die Nationalsozialisten ermordet wurden. Es gibt den Opfern ihre Gesichter und ihre Namen zurück.

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