All Content

Zeitgeschichte – Alle Beiträge

61 - 70 von 86

Hermann Voss - Ein Kunsthistoriker und Museumsmann im Kontext des nationalsozialistischen Kunstraubs

Hermann Voss (1884–1969) gehört zu den profiliertesten deutschen Kunsthistorikern des 20. Jahrhunderts. Leipzig, Berlin, Wiesbaden und Dresden waren Stationen seiner Museumskarriere. Verbunden bleibt sein Name jedoch mit der Tätigkeit als Sonderbeauftragter Hitlers für das "Führermuseum" in Linz. Das Buch der ehemaligen Promotionsstipenditin der Heinrich-Böll-Stiftung Dr. Kathrin Iselt untersucht erstmals detailliert das Leben und Wirken des Kunsthistorikers und seine Verstrickung in den nationalsozialistischen Kunstraub, die schon lange vor seiner Ernennung zum "Sonderbeauftragten für Linz" begann.

Come Together. Dresden und der 13. Februar

Come Together. Dresden und der 13. Februar Dokumentarfilm - Bundesweite Filmpremiere am 27.11 in Dresden COME TOGETHER dokumentiert die Auseinandersetzungen um das Erinnern an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945. Der Film setzt sich mit der historischen Erinnerungskultur, den ideologische Projektionen in Vergangenheit und Gegenwart und mit der aktuellen bürgerschaftlichen Diskussion um ein angemessenes Gedenken auseinander.

MigrantInnen in Dresden und ihr 1989

Wenn die Geschichte der Friedlichen Revolution 1989 diskutiert, erforscht und gelehrt wird, können wir inzwischen auf zahlreiche Sammlungen biographischer Erzählungen zurückgreifen und uns informieren, wer diese Zeit wie und wo erlebte. Bisher stehen dafür aber fast ausschließlich deutsch-deutsche Geschichten zu Verfügung. Die Tatsache, dass 1989 etwa 190.000 MigrantInnen in der DDR wohnten, dort ebenso die Umbrüche erlebten und zum Teil auch mitgestalteten, bleibt ein blinder Fleck in der aktuellen Geschichtsschreibung. Von ihren Wegen durch die Wendejahre in das vereinte Deutschland, von ihren Entscheidungen und heutigen Perspektiven erzählen die hier zu lesenden Interviews.

Pani Wasielina in der Huzulei

Gabriela und Uwe von Seltmann (Krakau) recherchieren in ihrem Projekt „Zwei Familien, zwei Vergangenheiten – eine Zukunft" dem Leben und Sterben von Gabrielas Großvater Michal Pazdanowski. Nachdem Uwe von Seltmann im Buch „Schweigen die Täter, reden die Enkel" das Leben seines Großvaters - deutscher SS-Mann in Polen - nachgezeichnet und öffentlich gemacht hat, erschließt sich nun eine dramatische polnische Geschichte und deren Verdrängung. Von ihrer Reise in die Huzulei zurückgekehrt, beschreibt Uwe von Seltmann seine ersten Eindrücke.

Porträt - Etelka Laňková

Etelka Laňková, ursprünglich Lehrerin im Kindergarten, später bildende Künstlerin, war eine wichtige exekutive Mitarbeiterin des Bürgerforums. Nach Cheb kam sie im Jahre 1980 und lebt hier bis heute. In den 90er Jahren arbeitete sie in der Kulturabteilung des Bezirksnationalausschusses. Heute ist sie im Ruhestand.

 

Das Forum bereitete den Boden für die weitere Entwicklung gut vor. Es führte Menschen zusammen, die vernünftig, klug und gebildet waren und sich politisch engagieren wollten. Auch wenn die meisten mit der Zeit in den Hintergrund traten, haben sie doch den Jüngeren die Tür in die Zukunft aufgestoßen. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. Vorher hatten die Leute keine Lust, sich irgendwo einzubringen. Aber als man damit begann, über öffentliche Angelegenheiten offen zu diskutieren, bekamen die Leute auf einmal Lust, sich zum Beispiel als Kandidat für die Kommunalwahlen aufstellen oder für eine Arbeit anwerben zu lassen, die sie wahrscheinlich vorher in ihrem Leben nie gemacht hätten. Die Leute fanden plötzlich den Mut, Funktionen zu übernehmen, in der Stadtverwaltung mitzumachen. Das Bürgerforum in Cheb hatte auf jeden Fall seinen Sinn.

Deswegen ist für mich eine Gesellschaft erstrebenswert, in der wirklich alle Kinder die Chance haben, ihre Ressourcen zu entwickeln.

Dr. Anne-Kathrin Olbrich, (Jahrgang 1959), hat Kulturwissenschaften in Leipzig studiert und an der TU Dresden promoviert. Sie hat 2 Kinder, ist verheiratet und arbeitet als Ehe-, Familien und Lebensberaterin und Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberaterin.

 

Siehst du dich politisch als links?
Natürlich.

Warum?
Für mich verbindet sich Linkssein immer noch mit dem schönen Satz: Ich möchte eine Gesellschaft in der die Entwicklung eines Jeden die Bedingung für die Entwicklung aller ist. – Das ist aus dem Kommunistischen Manifest von Karl Marx.
Stephan Hermlin hat mal ein Buch darüber geschrieben, das  „Abendlicht“, in dem er sehr schön beschreibt, dass er es früher immer anders herum gelesen hätte. Er meinte gelesen zu haben, die Entwicklung aller sei die Bedingung für die Entwicklung jedes einzelnen. Und so war ja auch der reale Sozialismus angelegt, so nach dem Motto: erstmal müssen alle anderen, ehe du dich selbst entwickeln darfst. Was für eine Überraschung, auf einmal zu merken, dass man einen solchen Gedanken völlig falsch gelesen und interpretiert hat – und auf einmal eine richtige Entdeckung macht.
Deswegen ist für mich eine Gesellschaft erstrebenswert, in der wirklich alle Kinder die Chance haben, ihre Ressourcen zu entwickeln.

Beate Mihaly

geb. 1944 – Privatisierung und Enteignung des elterlichen Betriebs – Pädagogisches Studium und Arbeit als Erzieherin – Wiederstand gegen politische Erziehung der Töchter und zunehmende Opposition – Mitarbeit Untergrund-Zeitung «Feuermelder» – Teilnahme an Dresdner Demonstrationen seit 3.10. – Mitglied der «Gruppe der 20» mit Rathausgesprächen, Reden in Kirchen – Auflösung «Gruppe der 20».

Dr. Andreas Steinbach

geb. 1958 – promovierter Physiker an der TU Dresden – seit 25 Jahren in Mikroelektronik-Industrie tätig – Bericht über Mangelwirtschaft, schmerzlich empfundene Reisebeschränkungen, Wahlbetrug und Gegen-Aktionen – seit Nov. 1990 Freistellung und zeitweise Arbeitslosigkeit – „Wahlkampf“ mit selbstgeklebten SPD-Plakaten

Steffen Giersch

geb. 1953 – nach Eisenbahnerlehre Tätigkeit für Kirche und als Amateurfotograf – Anf. 80er Jahre Mail-Art-Aktionen und Verfolgung durch Staatssicherheit – Teilnahme an Friedensseminaren und Kontakte zu Pfarrern Rudolf Albrecht/Meißen und Christoph Wonneberger/Dresden – „Todesangst“ und „Bürgerkrieg“ am 3./4.10. 1989 auf Dresdner Hauptbahnhof – Teilnahme an Demonstrationen, auch am 8.10. mit Gründung „Gruppe der 20“ – Verhinderung Bau Reinstsiliziumwerk Dresden-Gittersee

Angela Hampel

geb. 1956 – nach Ausbildung zur Forstfacharbeiterin und Abendstudium Studium an der Kunsthochschule Dresden – Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen – Engagement für „Kirche von Unten“, Umweltaktionen, Gründung des Dresdner „Frauen-Cafés“ in der DDR – Gründung Frauenkünstlerinnenverein Dresdner Sezession 89 in „Wende“

Seiten