Antirassistische Bildung - Seminar im WS 2016/17 an der TU Dresden

Antirassistische Bildung - Seminar im WS 2016/17 an der TU Dresden

Handlungsorientierte Methoden gegen antiromaistische Stereotype

Das Seminar untersucht Rassismus mit dem Fokus auf Antiromaismus.  Dabei wird die Frage nach den Besonderheiten der Diskriminierung gegenüber Rom_nja und Sin_ezze untersucht. Mittelpunkt des Seminars ist die historisch-politische (außer)-schulische Jugendarbeit zu Rassismus. Im Seminar werden politische Bildung, historisches und gegenwärtiges Wissen, Forschung und Diskurse zu Vergangenheit und Gegenwart des Antiromaismus untersucht und diskutiert. Methodisch nähern wir uns den Themen u.a. mit textkritischem Lesen, in Workshopformaten, Inputreferaten und Filmdiskussionen. Die kritische Diskussion und Erprobung methodischen Bildungsmaterials und die Reflexion der Reproduktion von Zuschreibungen im Bildungskontext nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

Veranstaltungen

Seminarablauf (Do (3) 11.10 – 12.40 Uhr, GER 269)

13. Oktober 2016: ERÖFFNUNG des Seminars: Organisatorisches/ Einführung/ Kennenlernen mit Kathrin Krahl und Gjulner Sejdi

20. Oktober 2016: THEORIE & BEGRIFFE: Lese- und Diskussionsveranstaltung: Ein Blick über die Ränder der Begriffsverhandlungen um „Antiziganismus“ von Isidora Randjelović mit Kathrin Krahl

27. Oktober 2016: THEORIE: Input mit Film- und Medienbeispielen: Normalisierung über Lohnarbeit und Nationalstaat als Strategie intersektionaler Diskriminierung
mit Martin G. Schroeder

3. November 2016: SELFEMPOWERMENT: Reisebericht und Filmdiskussion: „Diken na bistren“ - „Look and don't forget“ - Reisebericht zur Gedenkfahrt nach Auschwitz-Birkenau und Filmpräsentation: Romano Sumnal mit Gjulner Sejdi und Sefer Idaver

10. November 2016: GESCHICHTE: Methodendiskussion: MIMANS GESCHICHTE - Handreichung zum Thema Gadjé-Rassismus. Pädagogisches Begleitmaterial zu vier Video-Modulen aus dem Dokumentarfilm WITH WINGS AND ROOTS von Hajdi Barz
mit Kathrin Krahl

17. November 2016: GEGENWART: Methodendiskussion: MIMANS GESCHICHTE - Handreichung zum Thema Gadjé-Rassismus. Pädagogisches Begleitmaterial zu vier Video-Modulen aus dem Dokumentarfilm WITH WINGS AND ROOTS von Hajdi Barz
mit Kathrin Krahl

24. November 2016: GEGENWART: Workshop: Erinnerung an den Porrajmos: Vergessen oder verdrängt? Zur antiromaistischen Schuldabwehr in der postnationalsozialistischen Gesellschaft mit Hannah Eitel

1. Dezember 2016: BILDUNG: Workshop: Pädagogik zur nationalsozialistischen Täterschaft am Beispiel der Dresdner Täterin Eva Justin und Diskussion um Ableitungen aus der historisch-politischen Bildungsarbeit für die antirassistische Bildungsarbeit (Yad Vashem) mit Kathrin Krahl

8. Dezember 2016: DISKUSSION: Vorstellung der Mini-Bildungsbausteine - Auswertung und Perspektive: Was braucht es, um mit den erarbeiteten Fragen weiter zu kommen? mit Kathrin Krahl

15. Dezember 2016: POPKULTUR: Dekonstruktion von Stereotypen und zeitgenössische Musik von Rom_nja und Sint_ezze mit Antje Meichsner

JAHRESWECHSEL

5. Januar 2017: BILDUNG: Mein Kiez – Bildung und Lokalgeschichte in der Migrationsgesellschaft mit Kathrin Krahl

12. Januar 2017: AKTIVISMUS: Gegen Antiromaismus – zwischen Bildung und Aktivismus mit der Gruppe gegen Antiromaismus

19. Januar 2017: WORKSHOP: Wer braucht was? mit Kathrin Krahl

26. Januar 2017: THEORIE: Über Rassismus. Von Stuart Hall, Wulf D. Hund bis Manuela Bojadžijev mit Kathrin Krahl und Martin G. Schroeder

2. Februar 2017: Dokumentation und Reflexion des Seminars, abschließende Fragen zu den Prüfungsleistungen mit Kathrin Krahl

Referent*innen

Seminarleitung: Kathrin Krahl ist Soziologin und Mitarbeiterin bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen im Projekt RomaRespekt. Sie forscht, publiziert und organisiert Ausstellungen, Bücher und Seminare zu Rassismus, Antiromaismus, Shoah, Geschlecht und Urbanität.
KONTAKT: krahl@weiterdenken.de

Hannah Eitel lebt in Dresden und studierte Politikwissenschaft. Sie schrieb ihre Masterarbeit zum Verständnis von Volkssouveränität und den Ordnungsvorstellungen bei der Pegida-Bewegung. Gerade erschien ein gemeinsamer Aufsatz mit Francesca Barp zur Kritik extremismustheoretischer Deutungsversuche von Pegida in Sachsen, in: Tino Heim (Hg.): Pegida als Spiegel und Projektionsfläche.

Gegen Antiromaismus ist eine Dresdner Gruppe, die sich kritisch mit der Idelogie des Antiromaismus/Antiziganismus beschäftigt und sich mit Betroffenen solidarisiert. Sie engagiert sich dafür, dass der deutsche Staat vor dem Hintergrund der Vernichtung der europäischen Rom_nja im Porajmos seine historische Verantwortung übernimmt. So organisierte die Gruppe eine Infotour durch Deutschland mit tschechischen Roma­Aktivist_innen, die sich für eine würdige Erinnerungskultur an den Porajmos in Lety u Písku in Tschechien einsetzen, dem Ort eines ehemaligen Konzentrationslagers und heutigem Standort einer Schweinemastanstalt. Ein weiteres Feld der Gruppe ist die Unterstützung von Abschiebung bedrohter Rom_nja.

Sefer Idaver ist Schüler. Er ist im Verein Romano Sumnal und Praktikant im Projekt RomaRespekt.

Antje Meichsner ist seit 2014 Mitglied der Gruppe Gegen Antiromaismus und arbeitet beim Projekt RomaRespekt bei Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, in dessen Rahmen sie u.a. die Sendereihe Radio RomaRespekt konzipiert und produziert. Außerdem ist sie als Lektorin und Grafikerin / Layouterin, als Medienpädagogin sowie als Klangkünstlerin und Hörspielautorin tätig.

Martin G. Schroeder hat sein Philosophiestudium zur Biopolitik Foucaults abgeschlossen. Seine Forschungsschwerpunkt gruppiert sich um die De-Konstruktion von Fiktionen und Dualismen. Zuletzt hat er zum Fundamentalismus Pegidas (Heim (Hg.)): Berlin 2016) und kollektiver Identität in der sogenannten Flüchtlingsdebatte (Hinterland No. 31: München 2016) veröffentlicht. Er arbeitete u. a. als Bäcker, Apothekenkurier, Buchverkäufer, Lehrer, Fahrradmechaniker und Hörspielautor.

Gjulner Sejdi engagiert sich seit vielen Jahren für Roma in Leipzig, Sachsen und Deutschland. Er setzt sich für die Gleichberechtigung der Roma in Sachsen ein, kämpft für deren Emanzipation und gegen Antiromaismus. Er ist Vorsitzender des Vereins Romano Sumnal in Leipzig und Mitarbeiter im Projekt RomaRespekt.

* mit Beiträgen von:

Isidora Randjelović hat Sozialpädagogik/Soziale Arbeit studiert. Sie lebt und arbeitet in Berlin, wo sie das feministische Romnja Archiv RomaniPhen leitet. Sie engagiert sich in der IniRromnja, einem Netzwerk Berliner Sinti- und Romafrauen, ist Mitglied des Rroma Informations Centrum e.V. und im Bundes-roma-Verband aktiv. Sie veröffentlichte u. a. den Beitrag “Auf vielen Hochzeiten spielen – Strategien und Orte widerständiger Geschichte(n)und Gegenwart(en) in Roma Communities in dem von von Kien Nghi Ha, Nicola Lauréal Saramai und Sheila Mysorekar herausgegebenen Band re/visionen. Postkoloniale Perspektiven auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland (2007).

Hajdi Barz ist langjähriges Mitglied der IniRromnja. Sie hat ihren Bachelor of Education für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Englisch und Französisch er folgreich abgeschlossen und befindet sich derzeit im Master of Education an der Universität Potsdam. Zwischen 2012 und 2014 war sie als Projektleitung für das Roma Informations Centrum-Projekt „Gestern mit den Augen von Heute sehen,“ in dem junge Rom*nja sich Stadtrundgänge zur Geschichte des Pharajmos in Berlin erarbeiteten, tätig. Seit 2011 arbeitet sie außerdem als freie Empowerment-Trainerin. Seit dem hat sie diverse Workshops und Vorträge zur Sensibilisierung gegen Gadjé-Rassismus gehalten. Seit März 2015 ist sie als Bildungsreferentin des feministischen Romnja-Archivs RomaniPhen tätig, wo sie verantwortlich ist für die Beurteilung und Erstellung didaktischen Materials zu den Themen Gadjé-Rassismus, Romani Identitäten und Politiken sowie feministische Perspektiven in der Romani Bildungsarbeit.
 

Literatur/Inhalt/Audio/Film

Alle Teilnehmer_innen werden per Mail in eine Cloud eingeladen, dort finden sich wichtige Inhalte.

Isidora Randjelović : Ein Blick über die Ränder der Begriffsverhandlungen um „Antiziganismus“, https://heimatkunde.boell.de/2014/12/03/ein-blick-ueber-die-raender-der-begriffsverhandlungen-um-antiziganismus

Hajdi Barz: MIMANS GESCHICHTE - Handreichung zum Thema Gadjé-Rassismus. Pädagogisches Begleitmaterial zu vier Video-Modulen aus dem Dokumentarfilm WITH WINGS AND ROOTS

RomaRespekt - Lokalrecherchen & Empowerment

RomaRespekt - Lokalrecherchen & Empowerment arbeitet mit und in Solidarität mit Rom_nja und Sint_ezze gegen den Antiromaismus der Mehrheitsgesellschaft sowie unterstützt ihre Selbstorganisierung in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Mittelpunkt unserer Arbeit ist die historisch-politische (außer)-schulische Jugendarbeit zu Rassismus. Das Projekt ist Teil gesellschaftlicher Vielfalt und setzt starke (Eigen-)Bilder gegen rassistische Stereotype.

Zur Projektübersicht

Aktuelle Veranstaltungen

Sep 25
Vorstellung des Konzernatlasses mit Dipl. Agr. Ing. Urte Grauwinkel
Leipzig
Sep 28
Leitbild ‚Weltoffene Stadt‘ zwischen Diskurs und Praxis. Zur Begrenztheit von Imagekampagnen
Dresden
Sep 29
Autorinnenlesung mit Manja Präkels
Dresden

Kontakt

Kathrin Krahl  (Projekt RomaRespekt)
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Kraftwerk Mitte 32 - Trafohalle
01067 Dresden
Tel.: 0351 85075130
eMail: krahl@weiterdenken.de

Gjulner Sejdi (Projekt RomaRespekt)
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Büro Leipzig
Hedwigstraße 20, 04315 Leipzig
Tel: 0341/22371786 und 0176/20753524
eMail: sejdi@weiterdenken.de

Sigrid Schroff  (Verwaltung RomaRespekt)
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Kraftwerk Mitte 32 - Trafohalle
01067 Dresden
Tel.: 0351 85075170
eMail: schroff@weiterdenken.de

Antje Meichsner  (Radio RomaRespekt)
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Kraftwerk Mitte 32 - Trafohalle
01067 Dresden
Tel.: 0351 85075130
eMail: meichsner@weiterdenken.de

Sefer Idaver (Praktikant RomaRespekt)
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Büro Leipzig
Hedwigstraße 20, 04315 Leipzig
Tel: 0341/22371786 und 0176/20753524

Isabel Sophie Andiel (Praktikantin RomaRespekt)
Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
Kraftwerk Mitte 32 - Trafohalle
01067 Dresden
Tel.: 0351 85075130
eMail: andiel@weiterdenken.de