Aktiv werden

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Die Möglichkeiten, einen Beitrag zu einer plastikfreien Welt zu leisten, sind vielfältig. Werdet aktiv - seht Euch um, findet Verbündete und engagiert Euch!

Es bieten sich viele Veranstaltungen, bei denen Ihr euch für ein plastikfreies, müllbewusstes Leben motivieren könnt – zum Beispiel Saubermach-Aktionen. Wer bei der Aktion »Sauberer Strand«, »Sauberes Gebirge« oder zum Beispiel bei der Elbwiesenreinigung mitmacht, der staunt nicht schlecht über all den Müll, der in der Natur landet. Ein schöner Nebeneffekt: Ihr trefft Gleichgesinnte. Wichtig ist nämlich zu merken, dass Ihr nicht allein seid beim Engagement gegen den ausufernden Plastikverbrauch.

»Plogging« nennt sich der neueste Spaß, der aus Schweden herüberschwappt und ein Gewinn für unsere Fitness wie für unsere Umwelt ist: »Plocka« heißt auf Schwedisch »sammeln« und wenn man das beim Joggen tut, wird daraus »Plogging«: gemeinsam mit anderen Jogger*innen durch die Stadt rennen und dabei Müll aufsammeln.

Eine weitere Möglichkeit des Aktiv-Werdens ist die Kund*innenanfrage: Schreibt doch mal Hersteller*innen an und fragt sie, welche Inhaltstoffe in ihrem Produkt sind. Erkundigt euch, ob es nicht umweltfreundlichere Alternativen gibt. Genauso kann man im Supermarkt um Käse und Co. ohne Plastikfolie bitten oder die Einzelhändler*innen in Gespräche über die Müllflut verwickeln. Das alles setzt wichtige Impulse, denn auch Händler*innen sind ja nicht von Natur aus Müllliebhaber*innen.

Wichtig ist es naürlich auch, politische Kampagnen zu unterstützen. Ihr könnt bei Unterschriftenaktionen zum Beispiel vom Naturschutzbund, von Campact oder dem BUND mitmachen. Oder Ihr wendet euch direkt an eure Wahlkreisabgeordneten. Besucht einmal das Wahlkreisbüro und fordert den Abgeordneten oder die Abgeordnete auf, sich für weniger Plastik einzusetzen. Denn damit sich wirklich etwas ändert am Plastikverbrauch, müssen die politischen Rahmenbedingungen geändert werden. Plastik muss teurer werden, das Inverkehrbringen muss mit einer Recyclingpflicht belegt werden, Verstöße müssen geahndet werden.

Ziel muss sein, weniger Plastikprodukte in Verkehr zu bringen und so Plastikmüll zu vermeiden. Zweitens sollte Plastik so produziert werden, dass das Material recycelt und wiederverwendet werden kann. Denn Mülltrennung allein wird das Problem nicht lösen.

In Alternativen denken. Und nicht verzweifeln.

Wir können in unserem Alltag dem Plastik kaum entkommen. Sieht man aber genauer hin, finden sich erstaunlich viele plastikfreie Alternativen. Sei es ein Uhrarmband aus Kirschholz oder ein Brillengestell aus Wallnuss.

Trotzdem ist, wer plastikfrei leben will, zweifelsfrei ein Pionier oder eine Pionierin. Und eben weil wir so umzingelt sind, ist es manchmal wirklich schwer, den plastikfreien Weg zu gehen. Andererseits werdet Ihr aber viele befreiende Momente erleben, wenn Ihr merkt, auf wie viele Dinge Ihr leicht verzichten könnt. Plastikfrei zu leben, bedeutet nicht, alles Plastik wegzuschmeißen und durch Holz oder Metall zu ersetzen. Plastikfrei zu leben, bedeutet, den Wert der Dinge schätzen zu lernen.

Natürlich wird man kaum ein zu einhundert Prozent plastikfreies Leben erreichen können. Das ist aber kein Problem. Denn entscheidend ist, dass immer mehr Menschen immer weniger Plastik nachfragen und verbrauchen. Das reduziert einerseits den Müllberg und sendet andererseits wichtige Signale an die Wirtschaft und die Politik.

Die Faustregel für jeden Einzelnen und jede Einzelne: So wenig wie möglich Plastik verbrauchen, sich dabei aber auch nicht überfordern. Unser Alltag ist nun einmal voll auf Plastik ausgelegt, das kann man im Alleingang nicht mal eben komplett ändern. Achtet einfach kontinuierlich darauf, wo und wie Ihr Plastik vermeiden könnt.

Mehr als 62 % der Befragten können sich Alternativen zu Plastikprodukten vorstellen:

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